Der mit einem weissen Tuch und weissen Blumen bedeckte Sarg der 29-Jährigen wurde in die Kapelle des Krematoriums von Steenkamps Heimatstadt am Indischen Ozean getragen. Nach der Feier wurde die Leiche eingeäschert.

Das Fotomodel war am frühen Morgen des 14. Februar im Haus von Pistorius in Pretoria erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Sprintstar vor, seine Freundin vorsätzlich getötet zu haben. Trauergäste an der Feier in Port Elizabeth sprachen sich gegen eine Freilassung von Pistorius gegen Kaution aus.

"Er ist eine Gefahr für die Öffentlichkeit. Er wird eine Gefahr für Zeugen sein, deshalb sollte er in Haft bleiben", sagte der ehemalige Jockey Gavin Venter, der mit Steenkamps Vater, einem Trainer von Rennpferden, gearbeitet hatte.

"Harte Strafe verdient"

"Was er getan hat, ist abscheulich", sagte Venter weiter. "Er verdient eine harte Strafe". Das 29-jährige Opfer bezeichnete er als "einen Engel".

Es habe keinerlei Anzeichen von Beziehungsproblemen gegeben, sagte Venter: "Ich fragte ihren Vater, er sagte, sie war sehr glücklich mit Oscar, aber vielleicht hat sie es einfach vor allen verborgen".

Auch Bongiwe Gaxambaa, eine von Steenkamps früheren Klassenkameradinnen auf einer katholischen Privatschule von Port Elizabeth, fühlte sich unwohl bei dem Gedanken, Pistorius könnte auf Kaution freikommen.

Pistorius bestreitet Mordvorwurf

Die Chancen sind allerdings gering, dass Pistorius auf Kaution entlassen wird. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Pistorius des "vorsätzlichen Mordes", das Gericht folgte am Dienstag der Anklage.

Vor Gericht hielt Pistorius jedoch an der Aussage fest, unschuldig zu sein. "Ich widerspreche den Anschuldigungen aufs Schärfste", sagte der 26-Jährige in einer Stellungnahme, die sein Anwalt vor dem Magistratsgericht in Pretoria vorlas.

Nichts sei von der Wahrheit weiter entfernt, den Anklagen fehle jede Substanz: "Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten."