Jörg Kachelmann
Freispruch von Vergewaltigungsvorwürfen: Wagt der Wettermoderator nun ein TV-Comeback?

Vorletzte Woche hat das Gericht den wegen Vergewaltigung angeklagten Jörg Kachelmann freigesprochen. Nun kursieren Gerüchte, dass Kachelmann ein TV-Comeback als Wettermoderator wagen will.

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Genugtuung für Jörg Kachelmann. (Archiv)

Genugtuung für Jörg Kachelmann. (Archiv)

Keystone

Wegen Claudia D. (43) hat Jörg Kachelmann (58) alles verloren: Seinen Job bei der ARD, lukrative Werbeverträge und sogar seine Ehe. Denn 2015 klagte die Journalistin den Wettermoderator wegen Vergewaltigung an. Vorletzte Woche dann die Erlösung, das Oberlandesgericht Frankfurt verurteile die Frau zur Zahlung von umgerechnet mehr als 7000 Franken plus Zinsen. Die Kammer sei davon überzeugt, dass sie ihn «vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung bezichtigte», hiess es in der Urteilsbegründung.

Nun kursieren Gerüchte und auch Medienberichte, dass Kachelmann nach dieser Genugtuung wieder zurück zum TV wolle um bei einem grossen Sender das Wetter zu moderieren – er sei bereits in Verhandlung, schreibt «Frau im Spiegel». «Ich habe nie mit denen gesprochen, das Quote mit zurück zum TV ist frei erfunden», stellt Jörg Kachelmann gegenüber «Schweiz am Sonntag» schriftlich klar. «Wir machen weiter mit dem Wetter.»

Und dies nach wie vor sehr erfolgreich: Ein knappes Jahr, nachdem er seine Appenzeller Firma Meteomedia nach 22 Jahren an Engländer verkauft hatte, gründete er 2014 mit 20 000 Franken Startkapital die Kachelmann GmbH. Mit dieser Firma produziert er Wettervorhersagen und steht dafür oft auch gleich selber für seinen Youtube-Kanal «Kachelmannwetter» vor der Kamera. Rund 31 000 folgen seinen Vorhersagen auf Twitter und 7500 Abonnenten kann der Familienvater auf Youtube verzeichnen. Geld verdient er mit Werbung und dem Verkauf von Wetterformaten an Online-Portale wie unter anderem an www.kantonsnews.ch.

Überhaupt nicht vorstellen kann er sich, zur ARD zurückzukehren, denn «die ARD hat sich nie mehr gemeldet», sagt Kachelmann gegenüber dem «Stern». Nach dem Freispruch sei er auf den Sender zugegangen, weil er noch «drei oder vier Wettersendungen gestalten» wollte. «Aber beim Sender hiess es damals wörtlich: ’Wir müssen uns überlegen, was die Leute sich vorstellen, wenn die Sie im Fernsehen sehen.’» Und sollten in den kommenden Wochen oder Monaten tatsächlich Angebote von anderen Sendern kommen, so will der Wetter-Experte sich «erst dann in Ruhe Gedanken machen», sagt er zu dieser Zeitung.