Die gebürtige Walliserin zog nach ihrer Ausbildung nach Paris und arbeitete in den darauffolgenden Jahren für Magazine wie "Vogue", "Time" oder "Paris Match". Was sie sich von ihrem ersten Lohn gekauft hat, weiss die Künstlerin nicht mehr. Dass sie sich ungefähr 1947 mit dem verdienten Geld Hosen schneidern liess, allerdings schon. Damals sei es "nicht normal" gewesen, dass Frauen Hosen trugen, deshalb habe sie sie auch nicht einfach kaufen können.

Ob in Hose oder nicht - Sabine Weiss hatte nie Mühe damit, als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten. "Ich machte meinen Job immer, ohne darüber nachzudenken, ob ich eine Frau oder ein Mann bin", sagte sie der "Annabelle". Ebenso wenig kümmerte es sie, ob sie mit ihren Bildern erfolgreich sein würde oder nicht. "Ich machte Bilder, entwickelte sie, stellte Abzüge her und steckte sie dann in Kisten", so Weiss. Ihr Talent sei von anderen entdeckt worden.