Zu diesem Schluss kamen Wissenschaftler des staatlichen französischen Forschungsinstituts CNRS, wie am Montag die Fachzeitschrift "Journal of Archaelogical Science" berichtete.

Demnach entnahmen die französischen Forscher gemeinsam mit Archäologen des ägyptischen Amtes für Altertümer am Fusse des ersten Pylonen der Karnak-Anlage bei Bohrungen bis zu 25 Meter Tiefe Erdproben, die sie analysierten. Diese verglichen sie anschliessend mit ähnlichen Proben, die an einem erst kürzlich freigelegten Anlegeplatz am Nil entnommen worden waren.

Der Vergleich der Analysen ergab dem Bericht zufolge, dass der Karnak-Tempel weder direkt am Nil-Ufer noch auf einer Insel des Flusses errichtet wurde, wie bislang angenommen. Stattdessen entstand die Anlage auf einer Sandbank, etwa einen halben Kilometer vom Fluss entfernt.

Erst rund 400 Jahre später habe sich der Nil ausgebreitet und die Tempelanlage erreicht. Heute liegt Karnak am östlichen Nil-Ufer, wenige Kilometer von Luxor entfernt.

In die Irre geführt wurden Archäologen lange Zeit durch eine Freske aus dem 13. Jahrhundert vor Christi in einer Grabanlage des Tals der Könige. Sie zeigt die Karnak-Tempelanlage an einem Wasserbecken, das durch einen Kanal mit dem Nil verbunden war. Dieses Becken sei ein Fantasiegebilde, es habe nie existiert, versichert Matthieu Ghilardi vom CNRS.