Mit einer chemischen Methode sollen die Wolken von Flugzeugen aus schon vor der Stadtgrenze Moskaus "abgeschnitten" werden. Das werde die Schneemenge um 15 Prozent senken, sagte der russische Meteorologe Gennadi Berljuew am Sonntag nach Angaben der Agentur Interfax.

Er verteidigte Pläne des Bürgermeisters Juri Luschkow, der auf diese Weise Millionenkosten beim Winterdienst einsparen will. Das Vorhaben ist jedoch umstritten.

Traditionell sorgt die russische Luftwaffe mit einer Mixtur aus Stickstoff und einer Silberlegierung oder mit Zementpuder dafür, dass Wolken vor besonderen Feiertagen ihre Regenlast loswerden und dann schönes Wetter herrscht. Ähnlich will man nun vorgehen, wenn für Moskau Schneestürme vorhergesagt werden.

Berljuew rechnet damit, dass dafür bis zu 50 Flugzeuge eingesetzt werden müssten. Allerdings könnten so auch Millionen Tonnen von Schnee aus der Stadt herausgehalten werden. Die Methode sei zehnmal kostengünstiger als der herkömmliche Winterdienst auf den Strassen.

Als leitender Mitarbeiter am Zentralen Observatorium für Höhenwetterkunde wies Berlujew Befürchtungen zurück, der massenhafte Einsatz von Chemie sei schädlich für die Umwelt. Gegner der Methode kritisieren auch, dass das Moskauer Umland wegen des zusätzlichen Niederschlags im Schneechaos versinken könnte.

Andere Meteorologen hatten bezweifelt, dass das bei Regenwolken erfolgreiche Vorgehen auch bei den viel schwereren Schneewolken funktioniert. Berljuew meinte, der fortgeschrittene Stand der russischen Technik mache dies im Gegensatz zu früheren Versuchen heute durchaus möglich.