Soldaten in farbenfrohen Trachten trugen Vajiralongkorn auf einer vergoldeten offenen Sänfte durch die Stadt - für die Bevölkerung entlang der sieben Kilometer langen Strecke die seltene Gelegenheit, ihn mit eigenen Augen zu sehen. Die Polizei sprach von mindestens 150'000 Schaulustigen.

Die Prozession ist der Höhepunkt von Tag zwei der insgesamt dreitägigen Krönungsfeierlichkeiten. Sie ist nach Krönungen in Bangkok Tradition. Ein gekrönter König wird in Thailand von vielen gottesähnlich verehrt.

40 Grad Hitze

Um den Umzug vor Ort verfolgen zu können, mussten die Zuschauer strenge Sicherheitskontrollen durchlaufen. Mit Hüten und Schirmen schützten sie sich bei Temperaturen bis 40 Grad gegen die Sonne.

"Ich habe Angst vor der Hitze, aber sie wird mich nicht aufhalten", sagte die 57-jährige Nattriya Siripattana. Schliesslich sei es für sie wahrscheinlich die einzige Chance ihres Lebens, eine solche Zeremonie zu verfolgen Die Krönung von Bhumibol Adulyadej, dem Vater von Rama X., liegt knapp 70 Jahre zurück.

Versprühtes Wasser sollte den Zuschauern etwas Abkühlung verschaffen. Um trotz der Hitze möglichst hohe Teilnehmerzahlen zu erreichen, mischten sich sogenannte "Jit Arsa" unter die Zuschauer, Mitglieder einer vom Königshaus unterstützten Organisation für freiwilliges Engagement.

Kritik an Wahl

Von den fast 70 Millionen Thais ist die grosse Mehrheit buddhistischen Glaubens. Der 66 Jahre alte Monarch - mit Beinamen Rama X. - hatte sich am Samstag in einer feierlichen Zeremonie selbst die Krone aufgesetzt. Damit ist er nun König mit allen Würden und Vollmachten.

Die absolute Monarchie ist in Thailand seit 1932 abgeschafft. Bis heute hat der König aber eine hochpolitische Rolle. Seit einem Putsch 2014 regiert in Bangkok das Militär.

In den nächsten Tagen soll das Ergebnis der umstrittenen Parlamentswahl von März bekanntgegeben werden. Wegen der Umstände der Wahl gibt es international und auch in Thailand selbst viel Kritik.