Anschlag in Berlin
«Es war uns zu kalt» – Schlangenfrau Nina Burri entging dem Attentat haarscharf

Die Spuren der Terrorfahrt am Breitscheidplatz in Berlin sind noch immer sichtbar. Die international bekannte Schlangenfrau Nina Burri war wenige Minuten vor dem Anschlag selbst noch nahe beim Tatort.

Drucken
Teilen

«Wir fuhren die Strasse, die jetzt hier abgesperrt ist, noch entlang, um zu einem Termin zu gelangen. Jetzt ist genau da die Unfallstelle. Das schockt schon», sagt die bekannte Schlangenfrau zu TeleM1.

Sie war am Abend der Tat ebenfalls in Berlin und hatte noch ein Training nahe des Zoos. Ihr Begleiter und sie hatten sogar kurz mit dem Gedanken gespielt, ebenfalls an den Weihnachtsmarkt zu gehen: «Mein Kollege wollte eigentlich, aber es war ihm zu kalt – zum Glück.»

Terroranschlag an Berliner Weihnachtsmarkt Ein Lastwagen raste am 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche.
29 Bilder
Der Lastwagen krachte durch die Gasse zwischen den Buden und überfährt Menschen. Nach 60 bis 80 Metern durchbrach er die linke Reihe der Buden und kam halb auf der Budapester Strasse zum Stehen.
Der Fahrer kletterte aus dem LKW und flüchtete.
Mindestens 12 Menschen sterben, etwa 50 werden verletzt.
Ein Grossaufgebot von Rettungskräften kümmerte sich um die Verletzten nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt.
Die Polizei sperrte den Breitscheidplatz weiträumig ab. Die Kriminalpolizei begann mit ersten Untersuchungen des Tatorts.
Notärzte und Sanitäter versorgten verletzte Menschen. Die Feuerwehrleute deckten Leichen ab.
20:56 Uhr: Eine Polizeistreife aus einem Funkwagen nimmt einen Verdächtigen nahe der Siegessäule fest. Der Mann war nach einem Medienbericht von einem Zeugen durch den Tiergarten verfolgt worden, der gleichzeitig über sein Telefon die Polizei verständigte. Der Verdächtige wird in den folgenden Stunden befragt.
Medien berichten vom Ort des Geschehens. Im Hintergrund die Berliner Gedächtniskirche.
Der Morgen danach: Der Lkw-Anhänger neben zerstörten Weihnachtsstände und -hütten.
Der polnische Lastwagen war von Turin nach Berlin gefahren.
Route des Lastwagens von Turin nach Berlin – und dort zum Breitscheidplatz
Die Zugmaschine des Lastwagens, deren Windschutzscheibe zersplittert ist, wird am Morgen nach der Tat abgeschleppt und soll weiter untersucht werden.
18.54 Uhr am 20.12.: Der festgenommene Verdächtige kommt wieder frei. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.
Augenzeugen hätten den Lastwagenfahrer nach dem Anschlag nicht lückenlos verfolgt, die kriminaltechnischen Untersuchungen hätten ausserdem bislang keinen Beleg erbracht, dass der Mann im Führerhaus des Lastwagens gewesen sei.
20.13 Uhr: Fast genau 24 Stunden nach dem Anschlag nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich in Anspruch. Der Täter sei ein "Soldat des Islamischen Staates" gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak.
Die Menschen trauern in Berlin um die Opfer des Terroranschlags.
Die Bundeskanzlerin schreibt in der Gedächtniskirche ins Kondolenzbuch.
Bundeskanzlerin Angela Merkel legt am Berliner Weihnachtsmarkt Blumen nieder, neben ihr Innenminister Thomas de Maiziere (CDU), Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Berlins Bürgermeister Michael Müller.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere legen Blumen nieder.
Nach dem Anschlag werden an den Weihnachtsmärkten die Sicherheitsmassnahmen verschärft.
Der Spediteur und Besitzer des Todes-Lastwagens erteilt den Medien Auskunft. Er ist auch der Cousin des LKW-Chauffeurs. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter bei einem Kampf im Fahrerhaus des Camions mit dem polnischen Chauffeur verletzt worden ist und den Polen tötete.
Das Brandenburger Tor leuchtet am Abend nach dem Anschlag in den Berliner Farben.
21.12.2016: Zwei Tage nach dem Terroranschlag von Berlin wird ein tunesischer Tatverdächtiger öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben: Es handelt sich um den 24-jährigen Anis Amri. Für Hinweise wurden bis zu 100'000 Euro Belohnung ausgeschrieben.
Der Name Anis Amri war auf einem Ausweisdokument im Fahrerhaus des Lastwagens gefunden worden, mit dem am Montag der Anschlag verübt wurde. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hatte der Tatverdächtige mehrere Identitäten genutzt.
MIt Kerzen und Blumen trauert Berlin um die Opfer.
Berlin trauert - hier mit Kerzen auf dem Breitscheidplatz im alten Westberliner Zentrum.
Am 23. Dezember wird Anis Amri bei einer Polizeikontrolle in Mailand getötet. Um 3 Uhr wollen ihn Polizisten kontrollieren, da zieht er eine Waffe, schiesst und verletzt einen Polizisten. Der andere Polizist verfolgt den Terroristen und erschiesst ihn.

Terroranschlag an Berliner Weihnachtsmarkt Ein Lastwagen raste am 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche.

Keystone

«Sonst ist es so weit weg»

Schlangenfrau Burri lebte selbst einige Zeit in Berlin. So traurig hat sie die deutsche Hauptstadt jedoch noch nie erlebt: «Ich habe das immer von anderen Orten gesehen, aber dort ist es weit weg. Aber wenn man in der gleichen Stadt ist und kurz davor war, selbst den Ort zu besuchen, ist man nur erleichtert, hat man es nicht gemacht.»

Aktuelle Nachrichten