Leben und Dichtung

Emily Watson: Macht der Dichtung hilft nicht im Alltag

Die britische Schauspielerin Emily Watson (Archiv)

Die britische Schauspielerin Emily Watson (Archiv)

Die Schauspielerin Emily Watson glaubt nach eigenen Worten nicht mehr so stark wie früher an die Macht der Dichtung. «Wenn du mitten im prosaischen Erwachsenenleben steckst, ist der Atem der Dichtung doch sehr weit weg», sagte sie in einem Interview.

"Ich habe zwei kleine Kinder, verdiene das Geld in der Familie, meine Mutter ist gestorben, mein Vater krank." Eine Putzfrau und Nachmittagsbetreuung würden da deutlich mehr helfen als etwas Mandelstam, meinte Watson. Das ist eine Anspielung auf den aktuellen Kinofilm "Mitten im Sturm". Darin spielt die 44-jährige Britin die Schriftstellerin Eugenia Ginzburg, die im Stalin-Lager ein Gedicht von Ossip Mandelstam zitiert.

Watson lernte Lyrik besonders nach der Geburt ihres ersten Kindes schätzen, wie sie sagte. Beim Stillen habe sie Gedichte gelesen. "Und ich hätte auf die Knie sinken können vor Dankbarkeit", sagte sie. "Denn Gedichte sind in gewisser Weise wie ein Teller Griessbrei: sofortige Belohnung."

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