Eine kleine Welt geht unter

Die fünfte Finalsendung war Jenny Reys letzter Auftritt als Kandidatin bei «Music Star». Sie ist traurig und erschöpft, doch Freunde und Familie trösten sie und bauen sie wieder auf.

«Ach, eine Welt bricht ja bei solchen Entscheidungen immer ein wenig zusammen. Aber für mich ist es okay», sagt Jenny nach ihrer Abwahl im Azonline-Interview. «Ich bin froh, ist Michael gewählt worden, und gönne es ihm von ganzem Herzen.» Sie ist wieder etwas gefasster, denn natürlich flossen während der Show bei der emotionalen Freiämterin die Tränen unaufhaltsam. Doch es sei lange nicht so schlimm gewesen, auf den Entscheid der anderen zu warten, als selber entscheiden zu müssen, wer gehen muss, sagte Jenny nach der Show.

Nicht ganz unvorbereitet

Jennys Eltern traf die Abwahl ihrer Tochter nicht ganz unerwartet: «Hinter uns sass jemand, der per Handy nach Hause angerufen hatte, so waren wir schon informiert, bevor sie wieder auf die Bühne trat», ist Carmen froh. «Und Jenny wusste es sofort, als sie ihre Mitstreiterin Florina weinen sah, das habe ich auch gemerkt.» Aber schon vor der Sendung waren die Eltern, Kurt und Carmen Rey, auf diesen Fall vorbereitet. «Letzte Woche durfte Jenny ihr Lieblingslied ‹Proud Mary› von Tina Turner singen, das war ihr Traumauftritt. Alles andere war im Grunde Zugabe», lächelt Carmen.

Auszeit in Ägypten

Carmen ist froh, dass der ganze Stress und der Druck nun von ihrer Tochter abfallen können. «Ich bin schon etwas erleichtert, denn das war eine unglaublich strenge Zeit für Jenny», ist sich Carmen bewusst. «Wenn wir Glück hatten, konnten wir während der Woche vielleicht fünf Minuten mit ihr reden, mehr lag nicht drin. Nur mit Jasmin hatte sie mehr Kontakt, die beiden können nicht sein ohneeinander.»

Auch Zwillingsschwester Jasmin, die am Sonntag mit tränenüberströmtem Gesicht im Publikum sass, ist unterdessen etwas ruhiger geworden. «Am Anfang war der Schock sehr schlimm. Aber jetzt denke ich einfach an die schöne Zeit, die Jenny dort hatte», tröstet sich Jasmin. Auch sie ist froh, dass sie ihre Schwester bald wieder etwas mehr zu Gesicht bekommt. «Wir haben öfter telefoniert, aber sie hatte einen so vollgestopften Tagesplan, das war sehr stressig für Jenny.» Lachend fügt sie hinzu: «Sobald die Staffel fertig ist, werden wir erstmal eine Auszeit in Ägypten nehmen, in der Sonne liegen und einfach nichts tun, das wird ihr guttun. Und uns auch.»

Radio- und TV-Interviews

Jasmin wird den ganzen Rummel vermissen, genauso wie Jenny. «Ich hatte so viel mit dem Fanklub zu tun, das fällt jetzt alles weg», überlegt sie etwas bedrückt, «aber daran müssen wir uns eben wieder gewöhnen.» Erst mal ist der Rummel aber noch nicht ganz vorüber. Gestern hetzte Jenny von einer Radiostation zur nächsten. «Das müssen alle Kandidaten machen, nachdem sie abgewählt wurden», erklärt sie.

Auch ihre Familie wurde nicht in Ruhe gelassen: «Schon am Morgen riefen Reporter an und mittags kam sogar Tele M1 bei uns vorbei. Wir sind das mittlerweile gewohnt, aber gerade nach dem Sonntag war das nicht ganz einfach», erzählt Jasmin.

«Pläne mache ich später»

Für Jenny und ihre Familie hat sich nicht viel und gleichzeitig einiges verändert. «Jenny hat so viel Neues kennen gelernt. Sie wird die Werte des Lebens nun bestimmt anders sehen und sich vermutlich auch etwas neu orientieren», vermutet Carmen. Vor allem habe sie Spass am Tanzen und an der Choreografie bekommen. «Ich werde auch ohne ‹Music Star› damit weitermachen, wenn nicht professionell, dann sicher als Hobby», sagt Jenny.

Ihre Mutter fügt an: «Trotzdem bleibt sie aber unsere Jenny. Sie wird bald wieder auf der Gemeindekanzlei arbeiten und sich wieder in den Alltag hineinleben.» So sieht das auch Jenny. Erst sehnt sie sich aber nach etwas anderem: «Jetzt mach ich erst mal Pause und hole etwas Schlaf nach. Konkrete Pläne mache ich dann später.» (mz/awb/aen)

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