"Ich musste zu einem nahegelegenen Tempel gehen. Dabei war ich das letzte Mal vor neun Jahren zu Fuss auf der Strasse unterwegs gewesen und war es nicht mehr gewohnt. Ich wünschte, es hätte mich jemand auf meiner Sänfte getragen", erinnert sich die 21-Jährige.

Bajracharya war 2001 im Alter von sechs Jahren als sogenannte Kumari ausgewählt worden. Das sind Mädchen, die in Nepal als Inkarnationen der Hindugöttin Teleju angesehen und sowohl von Hindus als auch Buddhisten verehrt werden. Sie dürfen ihre Wohnstätte nur zu besonderen Anlässen verlassen und werden dann auf einer Sänfte getragen.

Mit dem Einsetzen der Pubertät endet ihre Amtszeit als Kindgöttin. Der Übergang ins normale Leben sei ihr damals schwergefallen, sagt Bajracharya.