175 Millionen schwer soll das Vermögen von Dieter Meier sein. Damit schaffte er es einmal mehr unter die 300 Reichsten Schweizer, die das Magazin «Bilanz» alle Jahre verkündet. Und wie alle Jahre passt das Dieter Meier gar nicht.

«Nicht einmal unbedingt wegen meiner Person, aber meine Kinder finden das natürlich nicht lustig, dass ich da als so und so Reicher kolportiert werde», sagte er in der Sendung «TalkTäglich» zum Jahresbeginn auf Tele Züri.

«Ich weiss nicht, was das wert ist»

Zudem: «Die ‹Bilanz› weiss offenbar besser als ich, wie reich ich bin.» Das wisse er nämlich «effektiv nicht». «Ich habe zwar viel Land in Argentinien und jetzt diese Schoggi-Geschichte, die ich bereits sehr zufällig relativ weit gebracht habe – ich weiss etwa, was ich investiert habe, aber nicht, was das wert ist.» Die Zahl 175 Millionen sei deshalb nicht mehr als eine Schätzung – «ich selbst weiss ja nur, was meine Aktien wert sind und was ich allenfalls auf der Bank habe».

Diese Abneigung gegen die jährliche «Reichsten-Rangliste» der «Bilanz¨ ist nicht neu. In einem Interview mit dem Magazin selbst sagte Dieter Meier bereits 2012, dass er diese «Erwähnung als etwas sehr Unangenehmes empfinde» und darlegen wolle, dass «Geld mich einzig interessiert, um etwas auf die Beine zu stellen, Risiken einzugehen und Innovationen ­voranzutreiben». Er sei kein «reicher Sack» und würde nie eine Yacht kaufen.

Dieter Meiers jüngste Innovation ist die erwähnte «Schoggi-Geschichte», Herstellung und Vertrieb von Schokolade, für die die Kakaobohnen in einem Kaltverfahren gemahlen werden. Vergangenen Dezember hat er in Zürich eine erste Schokoladen-Boutique eröffnet.

Der Flop im Silicon Valley

«Man hat das Gefühl, dieser Mann könnte aus einem Sandkorn ein Goldvreneli machen», behauptet Moderator Markus Gilli. «Das stimmt überhaupt nicht», relativiert Meier und spricht über seinen grossen Flop mit digitalen Mischpulten im Silicon Valley und eine Ton-Panne während einer Rede von George W. Bush, die dazu geführt hatte. «Kein Unternehmer soll nicht auf Flops gefasst sein. Es geht darum, dass man lernt, auch damit umzugehen.»

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Dieter Meier in voller Länge:

Vom Elektropapst zum Schoggikönig

Dieter Meier, ein unternehmerischer Tausendassa, den die Landwirtschaft bereits als Knirps interessiert hat. Gülle ausfahren, «das war natürlich das Grösste», sagt er. Als weitere Lieblingsbeschäftigungen als Kind zählt er auf: Schuhe putzen und abwaschen.

«Ich habe gern Sachen gemacht, zu denen die Erwachsenen danach gesagt haben: Das hat der Dieterli aber gut gemacht. Es war auch ein bisschen Angeberei.» 

Heute sei es aber nicht so, dass er «krampfhaft nach etwas suche»: «Das meiste kommt irgendwie auf mich zu.» Dieter Meier, das sei nichts anderes als «ein Zufall». (smo)