Geburtstag

Die geheimnisvolle Sphinx – Kate Moss wird 40 Jahre alt

Sie gibt weder Interviews, noch twittert sie um die Welt. Nicht nur deshalblieben wir das Super-Model und gratulieren zum 40. Geburtstag.

Ob sie heute Morgen am liebsten die Bettdecke über den Kopf gezogen und sich ins Pfefferland gewünscht hätte, wo man ewig alterslos bleibt, werden wir nie wissen. Kate Moss war noch nie eine Frau der grossen Worte. «Beklag dich nie, erklär dich nie» heisst stattdessen ihre Strategie, die sie immerhin im Buch «Kate: The Kate Moss Book» verriet.

Die hat das Top-Model über ihre 25-jährige bisherige Karriere eisern durchgezogen. So gibt sie auch keine Statements zu ihrem 40. Geburtstag, den sie am Donnerstag feiert. Selbst als sie ganz am Anfang ihres kometenhaften Aufstiegs wegen ihrer Dünnheit als Heroinsüchtige verschrien wurde, trat sie nicht vor die Presse. Und auch nicht, als man sie angeblich beim Koksen erwischte, oder wegen ihrer raubauzigen Männerwahl kritisierte.

Geheimnisvolle Aura

Ihre Verschwiegenheit ist clever, denn sie bewahrt sich damit etwas Geheimnisvolles. Sie twittert und postet keine Nachrichten rund um die Welt, damit alle wissen, welches Menü morgen bei ihr auf dem Tisch steht. Und sie stellt auch keine Fotos ins Netz, wie sie das Wochenende mit Töchterchen Lila Grace oder Ehemann Jamie Hince verbracht hat.

Damit ist die Britin, die mit 15 Jahren auf dem New Yorker Flughafen entdeckt wurde und inzwischen schon für über 300 Magazin-Covers und noch mehr Fotostrecken vor der Linse der renommiertesten Fotografen stand, eine reizvolle Unbekannte geblieben. Sie ist nicht dem glamourösen Rausch verfallen, sondern macht einfach ihren Job. Schliesslich weiss sie als Tochter einer Barfrau und eines Reisekaufmanns, die im grauen Londoner Vorort Croydon aufwuchs, was Arbeit ist.

Eine wirkliche Schönheit ist Kate Moss nicht – mit ihren schiefen Zähnen, den hohen Wangenknochen, den kleinen Brüsten und diesem inwendigen Blick. Das genau macht sie zur unaufgeregten, einfachen Frau von nebenan, die einen angenehmen Kontrapunkt in unserer auf Makellosigkeit getrimmten Welt abgibt.

Wenn Moss einen Frauentyp verkörpert, dann am ehesten den einer Sphinx. «Man kann schwer fassen, was oder wer sie ist», sagt Anna Wintour, Chefredaktorin der amerikanischen «Vogue», über sie. Genau deswegen können die Fotografen ihre eigenen Fantasien auf sie projizieren.

Moss beherrscht die Kunst, sich als Person so zurückzunehmen, dass sie in dem Moment, wo sie ein Kleidungsstück anzieht, eine andere Identität bekommt. Und so wird Moss, die auch heute noch rund zehn Millionen Euro jährlich verdient, für jeden Fotografen eine andere.

Ein Stück Freiheit

Ihre Eigenwilligkeit drückt sich auch damit aus, dass sie nie jemandem gehört hat – nur sich selbst. Sie verkörpert ein Stück Freiheit. Sie trägt nicht bestimmte Designer, sondern kleidet sich in ihrem eigenen Stil. Aber vor allem: Sie hat ihr Alter nie versteckt – schon gar nicht unter der Bettdecke.

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