Albtraum-Schloss

Die ehemalige Residenz der Kelly Family wird zwangsversteigert

Das Schloss der Kelly Family kommt unter den Hammer (Archiv)

Das Schloss der Kelly Family kommt unter den Hammer (Archiv)

Die Zwangsversteigerung des ehemaligen Wohnsitzes der Kelly Family ist zunächst fehlgeschlagen. Joey Kelly bot am Dienstag am Amtsgericht Brühl als einziger Bieter 1,7 Millionen Euro (rund 2 Millionen Franken) für Schloss Gymnich in Erftstadt.

Weil der Verkaufswert des Wasserschlosses auf umgerechnet 6,3 Millionen Franken geschätzt wird und mit dem Gebot nicht 50 Prozent dieser Summe erreicht wurden, kam der Kauf nicht zustande.

In drei bis sechs Monaten wird das Gericht einen weiteren Termin ansetzen, bei dem die 50-Prozent-Hürde nicht weiter besteht. Dann werden wohl auch andere Investoren wie Ahmed Pekkip bieten. Der 59-Jährige ist sich mit Joey Kelly und den Banken über den Verkauf einig, wie er sagte. Er plant eine Seniorenresidenz auf dem Gelände und will Teile davon mittels einer Stiftung öffentlich zugänglich machen. Den ersten Termin am Dienstag wollte er abwarten, für ihn sei erst die zweite Runde interessant, sagte er.

Das Gebot von Joey Kelly wertete Pekkip als "Show-Einlage". Der einstige Star der Kelly Family war zunächst in Laufkleidung und kurzen Hosen vor Gericht erschienen. Vor der Auktion sagte er vieldeutig, er wisse, was passieren werde. Nach der Abgabe seines Gebotes verliess Joey Kelly das Gebäude, erschien wenig später in einem Nadelstreifenanzug, besprach sich mit Pekkip und verschwand kurz darauf wieder, ohne Interviews zu geben.

Keine Einigung seit zehn Jahren

1998 hatten die Mitglieder der Kelly Family das denkmalgeschützte Schloss aus dem 14. Jahrhundert für 7,6 Millionen Franken erworben. Früher waren dort unter anderem Staatsgäste der Bundesregierung untergebracht.

Vor zehn Jahren war die Familie ausgezogen, nachdem viele Mitglieder eigene Familien gegründet hatten. Zudem hatte es immer wieder Streit mit Nachbarn gegeben, weil zahlreiche Fans der Band Gärten und Einfahrten der Nachbarn als Toiletten benutzt haben sollen. Zwischenzeitlich war es zum Skandal gekommen, weil ein Mädchen auf dem Schlossgelände von einem Ast erschlagen wurde.

Die zwölf Eigentümer, die Kinder des Kelly-Vaters, konnten sich nie über die weitere Verwendung des Schlosses einigen. Über 7 Millionen Franken Grundschuld sind inzwischen auf dem mehrere Tausend Quadratmeter grossen Areal mit Park eingetragen. Joey Kelly legte bereits Planungen für Gastronomie oder ein Hotel vor. Der Unterhalt des Schlosses kostet über eine Million Franken pro Jahr.

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