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Die Diva, die keine ist

Sie ist Frankreichs bekannteste, charmanteste und sicherlich schönste Schauspielerin. Zur Premiere ihres neuen Films kam Sophie Marceau nicht im Abendkleid, sondern in simplen Jeans. Und natürlich nahm sie dabei kein Blatt vor den Mund.

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Sophie Marceau - die schöne Französin
9 Bilder
Sophie Marceau in Berlin
Sophie Marceau in Berlin
 Sieht auch heute immer noch blendend aus.
 Französische Schönheit.
 Der Film, der Sophie Marceau zum Star machte: La boum.
 Sexy Wassernixe
 Modisch immer top.
Sophie Marceau achtet auf ihre Figur (Archiv)

Sophie Marceau - die schöne Französin

Zur Verfügung gestellt

Von ihr gibt es keine Bilder beim Shopping, im Park oder an Veranstaltungen, die nichts mit einem neuen Film zu tun haben, und doch ist sie so berühmt, dass die Avenue Marceau in Paris wohl dereinst als ihre Strasse bekannt sein wird. In Wahrheit lebt Sophie Marceau, die eigentlich Sophie Danièle Sylvie Maupu heisst und in kleinen Verhältnissen in einem Arbeiterviertel («bei uns zuhause gab es keine Bücher») gross geworden ist, ganz und gar nicht so wie ihr alter Ego. Mit ihrer Familie, dem 17-jährigen Sohn und der zehnjährigen Tochter und ihrem Ehemann, Christopher Lambert («Highlander»), in Paris. Das liegt wohl daran, dass Sophie Marceau gar nicht Sophie Marceau ist, sondern eben Madame Maupu.

Und als solche gibt sie sich auch in den wenigen Interviews ganz und gar nicht star-like, sondern unverblümt, differenziert, ironisch und lustig. So, dass man unbedingt mehr lesen möchte von dieser Frau, die einst mit ihrem damaligen Lebensgefährten, dem 26 Jahre älteren polnischen Regisseur Andrej Zulawski ins damals noch sozialistische Warschau zog und dort lebte, weil sie sich «bei zuviel Komfort und Sicherheit stets unwohl » fühlte.

Understatemnt statt Botox

Vor wenigen Tagen stellte Sophie Marceau, die Projektionsfläche Marceau, in Berlin ihren neuen Film («Schneewittchen») vor, in dem sie eine Managerin spielt, die mit einer Kindheitserinnerung konfrontiert wird. Bei der Premiere sah man eine Frau, die mit fast 46 ungefähr so aussieht wie andere 30-jährige - aber ohne deren Allüre. Sophie Marceau trug Jeans, ein weisses T-Shirt mit Blazer und rote Ballerinas. Dazu tanzte sie, die nie still sitzen kann, auf der Bühne herum, machte Grimassen und lachte. Weit entfernt von den üblichen Star-Allüren amerikanischer oder britischer Aktricen.

Von Amerika hat sie trotz ihrer Erfolge in Mel Gibsons «Braveheart» (1994), «Anna Karenina» (1996) und im 007-Film «Die Welt ist nicht genug» (1999), wo sie die Schurkin, nicht das Girl von James Bond war. Von den USA heute als Arbeitsort hält sie nicht sehr viel. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagt sie: «Für Frauen über 40 ist es dort eine Katastrophe. Ich bin froh, dass alle Drehbücher, die mir angeboten werden, so schlecht sind. Da fällt es mir leicht abzusagen ich mag nicht arbeiten in einem Land ohne Geschichte. Wo das grösste Kulturgut die Jeans ist, die ja streng genommen von einem Deutschen erfunden wurde.»

Ungezähmt und unberechenbar

Ihre scharfe Zunge und ihre erfrischend respektlosen Antworten haben so manch andere zu spüren bekommen, Robert de Niro etwa, den sie als «lustig aussehenden kleinen Mann» bezeichnete, Leonardo DiCaprio als «ein Kind». Berüchtigt ihr Satz über Isabelle Adjani, die vor ihr auch einmal Zulawskis Muse war: «Ich bin elf Jahre jünger, siebeneinhalb Zentimeter grösser, und ich habe Brüste».

Ja, man wünschte sich mehr Frauen vom Kaliber einer Marceau. Die sich nervt, wenn sie ihr Gesicht in Grossaufnahme auf der Leinwand sieht, weil «dann jede Falte eine Länge von mindestens zwei Metern hat». Und ihr gutes Aussehen nicht den Genen und fünf Litern Wassern täglich zuschreibt, sondern harter Arbeit: «Ich gehe früh schlafen und selten aus. Oft liege ich schon im Bett, während die Kinder noch auf sind. Ich esse diese ganzen schrecklich gesunden Sachen, ich mache viel Sport und wenn ich drei Kilo zugenommen habe, kriege ich schlechte Laune.» (cls)