Stalking-Opfer
Deutsche stellte Wetterfrosch Bucheli 11 Jahre lang nach

Eine TV-Zuschauerin belästigt den Wetterfrosch über ein Jahrzehnt lang. Sie hat ihn bis zu 20-mal am Tag angerufen, ihn mit E-Mails, Briefen und Päckli bombardiert. Und ihm selbst beim TV-Studio aufgelauert. Heute steht sie vor dem Richter.

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Thomas Bucheli: Von Stalkerin belästigt.

Thomas Bucheli: Von Stalkerin belästigt.

Keystone

Begonnen hat es vor 11 Jahren. Wetterfrosch Bucheli trifft im Fernsehstudio in der Cafeteria des Fernsehstudios eine Zuschauerin aus Deutschland.
Bucheli will laut «20 Minuten» von der heute über 51-jährigen Frau wissen, weshalb sie seinen Berufskollegen Alex Rubli regelmässig mit etlichen E-Mails belästigte.

Und wird fortan selbst Opfer der psychisch angeschlagenen Frau. Grund: Die Frau glaubt, dass die Wetterfrösche ihr am Bildschirm während der Wetterprognosen versteckte Signale senden.

227 Mails in zwei Monaten

Sie schickt Bucheli nun Mails, Brief, Päckli und ruft an. Sie taucht bei Buchli zuhause auf und versucht dort, die Türe seiner Wohnung aufzudrücken. Sie wartet vor dem Fernsehstudio auf ihn. Eine Aufforderung Buchelis, ihn und seine Angehörigen endlich in Ruhe zu lassen, nahm die Stalkerin nicht ernst.

In den letzten sieben Jahren rief sie beinahe täglich zwei- bis zwanzigmal an und sprach in aggressivem Ton wirre Worte. Zwischen August und September 2011 schrieb die Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft Bucheli sage und schreibe 227 E-Mails.

Täterin nicht schuldfähig

Als die Frau am 2. November 2011 erneut beim Schweizer Fernsehen erschien, schlug die Polizei zu. Sie nahm die Stalkerin fest.

Heute Donnerstag steht die Beschuldigte nun wegen Nötigung vor dem Bezirksgericht Zürich. Die Frau ist wegen ihres psychischen Zustandes nicht schuldfähig. Sie muss deshalb nicht mit einer Freiheitsstrafe, sondern mit der Einweisung in eine stationäre Massnahme für psychische Störungen rechnen. (rsn)