Letzter Auftritt

David Letterman verabschiedet sich mit präsidentieller Hilfe

Tritt mit 68 in den Ruhestand: David Letterman (Archiv)

Tritt mit 68 in den Ruhestand: David Letterman (Archiv)

Mit präsidentieller Hilfe hat David Letterman nach 33 Jahren Abschied von seiner täglichen US-Fernsehshow genommen. Betont locker moderierte der 68-Jährige am Mittwoch die letzte knappe Stunde und bekam dabei Unterstützung von fünf US-Präsidenten.

Gleich zu Beginn wurde Gerald Ford mit seinem Watergate-Zitat "Unser nationaler Alptraum ist vorbei" eingespielt. Diesmal wurde es auf Letterman gemünzt und danach sprachen das Zitat George Bush, Bill Clinton, George W. Bush und auch Barack Obama - neben Letterman stehend. Als der ihn anguckte und sagte "Das war doch ein Scherz, Mr. President", guckte Obama nur wortlos in die Kamera.

"Danke für alles, Ihr habt mir alles gegeben", sagte Letterman seinen Fans. An der Abschlussshow waren auch Schauspieler wie Alec Baldwin, Steve Martin, Bill Murray und Jim Carrey beteiligt. Im Publikum sassen Lettermans Ehefrau Regina und sein elfjähriger Sohn Harry, denen der Moderator öffentlich sagte, wie sehr er sie liebe. Für das musikalische Finale im vollbesetzten New Yorker Ed-Sullivan-Theater sorgte die Rockband Foo Fighters.

Letterman hatte vor gut einem Jahr angekündigt, sich mit Ablauf seines zuletzt geltenden Vertrags als Late-Night-Moderator zurückzuziehen. Seine Sendung hatte er seit dem Jahr 1993 ununterbrochen präsentiert. Zuvor hatte er gut ein Jahrzehnt lang im Sender NBC auf einem eigenen Sendeplatz im Anschluss an die "Tonight Show" seines Idols Johnny Carson moderiert. Als nicht er, sondern Jay Leno Nachfolger Carsons wurde, wechselte Letterman von NBC zu CBS.

Das Genre der Late-Night-Show - eine Mischung aus Promi-Talk, Musik und Standup-Comedy - ist eine Institution im US-Fernsehprogramm. Letterman gewann mit seinen Sendungen ein Dutzend Emmys, insgesamt wurden sie mehr als hundert Mal für den Fernsehpreis nominiert. Lettermans Markenzeichen waren seine bohrenden und oft unbarmherzigen Fragen. Der Moderator avancierte zum Vorbild von Late-Night-Talkern weltweit. In seine Fussstapfen soll im September der Komiker Stephen Colbert treten.

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