«Ihr Kleid bestand nur aus Haut und Perlen - allerdings habe ich von den Perlen nicht viel gesehen.» So beschreibt ein männlicher Augenzeuge den Auftritt von Marilyn Monroe am 19. Mai 1962 im New Yorker Madison Square Garden.

Es waren diese Auftritte, die ihren Rum als Sexsymbol, als blonde Göttin besiegelten.

Es geschah während John F. Kennedys 45. Geburtstagsfeier und als die blonde Leinwandschönheit mit lasziver Stimme «Happy birthday, Mr. President» ins Mikrofon hauchte, wurde vielen der 17'000 Gäste klar, dass hier eine ganz heisse Affäre ihren Ausdruck fand. Als John F. Kennedy am 20. Januar 1961 seinen Eid als jüngster Präsident der US-Geschichte leistete, gehörte Marilyn Monroe zu den bekanntesten Gesichtern im Filmgeschäft. Sie war das für alle Zeiten unübertroffene Sexsymbol Amerikas.

Beflügelt die Phantasie wie keine andere

Ihr Ruhm begann 1953 mit einer ebenso dramatischen wie erotischen Rolle im Film Niagara. Danach bekam sie aber fast nur noch Angebote in leichten Komödien als blondes Dummchen, das als Hollywood-Aphordite den Männern den Kopf verdrehte. Monroe selbst hatte mehrfach beklagt, dass die Filmindustrie sie auf die Rolle des erotischen Dummchens festgelegt und ihr ernste Rollen verweigert habe. Hollywood sei «ein Ort, wo sie dir 1000 Dollar für einen Kuss geben, aber nur 50 Cents für deine Augen.»

Damit wurde sie zwar berühmt, blieb aber zeitlebens unglücklich. Ihre unzähligen Affären und gescheiterten drei Ehen sowie Fehlgeburten und Abtreibungen hinterlassen Spuren eines womöglich allzu intensiv gelebtes Leben.

Am 5. August 1962 stirbt Marilyn Monroe überraschend an einem Medikamentencocktail, sie, die keineswegs als lebensmüde galt. Fünf Wochen vor ihrem Tod sagte sie auf einer Session dem Fotografen des Cosmopolitan-Magazins George Barris: «Was mich betrifft, ist jetzt die glücklichste Zeit. Es gibt eine Zukunft und ich kann sie kaum erwarten.» Bert Stern, der Anfang Juli die letzten Fotos von ihr schoss, berichtete, sie sei ein wenig beschwipst, aber sehr fröhlich gewesen.

Mysteriöser Tod

Wenn Marilyn nicht Selbstmord beging, dann wurde sie eventuell ermordet. Das legen zumindest einige seltsame Details nahe. So wurden Rückstände des Medikamentencocktails - der zweifelsfreien Todesursache - zwar in ihrem Blut, aber nicht im Mageninhalt gefunden, was eine orale Aufnahme der Tabletten ausschliesst. Ausserdem wies der Leichnam mehrere unerklärliche Blutergüsse im unteren Lendenbereich auf.

Einen Abschiedsbrief hinterliess Marilyn auch nicht. Einen Freitod aber auch einen Tod durch Fremdeinwirkung konnte bis heute nicht bewiesen werden - was ein Grund für den alljährlichen Pilgeraufmarsch sein könnte, der zu dem kleinen Friedhof im Westwood Village Memorial Park bei Los Angeles führt, wo Scharen von MM-Fans Blumen vor der schlichten Grabkammer mit der Aufschrift «Marilyn Monroe 1926-1962» niederlegen.

Dieser Fankult könnte höchstens noch durch den Rummel Elvis Presley übertroffen werden. Dessen Todestag jährt sich am 16. August zum 35. Mal. (cls)