«Das ist der geilste Job der Schweiz»

Nik Hartmann ist Moderator beim Schweizer Fernsehen und «Ma vo de Lüt». Die «Aargauer Zeitung» hat ihn nach 150 erfolgreichen Sendungen interviewt.

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«Das ist der geilste Job der Schweiz»

«Das ist der geilste Job der Schweiz»

Max Dohner

Aus dem Stand zum Erfolg, in gut drei Jahren: «SF bi de Lüt» hat 150 Sendungen abgedreht, mit der Handschrift einer urbanen MTV-Generation, die «Stadt und Land» neu erfand. Das meint Aushängeschild Nik Hartmann über den Erfolg der Sendung.

Nik Hartmann, 150 Sendungen «Bi de Lüt»: Sie wurden dafür das Gesicht. Da ging was.

Hartmann: Am Anfang war alles neu, für alle. Am Anfang waren wir ohne Publikum, dann hatten wir jeweils den Dorfplatz voll. Manchmal nahmen wir während Wochen einen Ort in Beschlag. Dabei lernten wir, dass so etwas nur geht mit Respekt und guter Vorbereitung. Wenn man normal auf die Leute zugeht, kommt auch etwas Normales retour.

Damit änderte sich das Leben auch privat.

Hartmann: Jede Woche war ich 3- bis 4-mal weg von zu Hause. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber auch die Familie. Ich will ein gewöhnliches Leben – und das habe ich.

Andererseits ist das auch ein Stück Freiheit, ein Privileg: ein Schweizer Roadmovie auf Schuhsohlen zu absolvieren und erst noch dafür bezahlt zu werden. Ruhmzigeunern...

Hartmann: Zweifellos, ich habe den geilsten Job der Schweiz.

Auch wo Sie keuchen, steil bergauf? Da hätten die Leute vor dem Bildschirm jeweils grosses Vergnügen, sagen mir Produzenten.

Hartmann: Schadenfreude ist noch kein Neid. Wenn ich mal Neid verspüre, dann ist es gewöhnlich kein böser Neid.

Haben Sie nach über drei Jahren manchmal das Gefühl: Es gnüegelet?

Hartmann: Die Zeit des Experimentierens ist vorbei. Wir streben jetzt eine Phase an, da sich das Ganze konsolidieren soll. Der Erfolg hat eine Konsequenz, die irgendwann fatal werden könnte: Man wird daran gemessen. Es wird stetig enger. Ich glaube indes, einen Filter in mir zu haben gegen Überdruss oder Leerlauf, eine Art Bremse. Ich werde mich nicht parkieren lassen bei sinkendem Erfolg, dafür habe ich genug gute Alternativen.

Und in den Samstagabend zügeln, rüber in die grosse Kiste?

Hartmann: Das habe ich schon zweimal gemacht. Das werde ich mir gut überlegen, denn es gibt eine andere vernünftige Maxime: Schuster, bleib bei deinem Leisten.

Hat «Über Stock und Stein» Ihr Bild von der Schweiz verändert?

Hartmann: Es beeindruckt mich, wie viel die Leute arbeiten – initiativ, gutmütig, kreativ. Sie tun so vieles, um an Ort und Stelle zu leben und zu überleben. (mad.)

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