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Das gnädige Urteil: Zwei Jahre Bewährung

Die No-Angels-Sängerin bekommt zwei Jahre auf Bewährung und muss 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Nadja Benaissa muss nicht ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. Sie ging davon aus, dass die HIV-infizierte Sängerin im Jahr 2004 einen Mann mit dem Aids-Erreger angesteckt hat. Am Mittwoch hatte Gutachter Josef Eberle von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität erklärt, dass Benaissa mit «an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» für die HIV-Infektion ihres Ex-Freundes verantwortlich sei.

Der Beweis sei allerdings «nur annähernd» zu führen, erklärte der Biologieprofessor. Die Viren der Sängerin und des infizierten Ex-Partners stammten von einem seltenen, «deutlich abgegrenzten Seitenast» einer bestimmten Erregerlinie. Die von ihm im Sommer 2009 untersuchten Proben der beiden Betroffenen seien in ihrer Ähnlichkeit mit den Viren nur einer infizierten Person vergleichbar. Bestehende geringe Unterschiede seien innerhalb weniger Monate aufgrund von Mutationen auch bei der Entwicklung von Viren aus einem Körper zu beobachten.

Geständnis bei Prozessauftakt

Die 28-Jährige hatte bereits zum Prozessaufakt gestanden, seit 1999 von ihrer HIV-Infektion gewusst und trotzdem ungeschützten Sex gehabt zu haben.

Ein Sexpartner der Sängerin hatte 2007 von seiner Infektion erfahren, Nadja Benaissa 2008 angezeigt und damit das Verfahren ins Rollen gebracht. Ausserdem hatte sie mit zwei weiteren Männern ungeschützt Sex und ihnen ihre Infektion verschwiegen. Weil die Partner nicht infiziert wurden, galten die beiden Fälle als versuchte gefährliche Körperverletzung. Einer der beiden Fälle wurde im Verlauf des Prozesses eingestell

«Es wird mir immer leidtun», hatte die Angeklagte in ihrem Schlusswort am Mittwoch gesagt. Sie habe während des Prozesses gesehen, wie ihr Ex-Freund leide. «Ich wünsche, ich könnte die Zeit zurückdrehen und es ungeschehen machen.» (cls)

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