Er mache diese Information öffentlich, weil ein Ex-Freund ihm drohe, diese zu verbreiten. "Ich gebe auch in Zukunft niemandem das Recht, mir Angst zu machen und mein Leben derart zu beeinflussen." Ihm gehe es aber trotz HIV-Infektion gesundheitlich gut. Zuerst hatte bild.de über die Erkrankung berichtet.

2014 hatte die Kunstfigur mit Abendkleid und Vollbart mit dem Song "Rise like a Phoenix" den Eurovision Song Contest gewonnen. Nun schrieb Neuwirth weiter, seit der Diagnose sei er in medizinischer Behandlung "und seit vielen Jahren unterbrechungsfrei unter der Nachweisgrenze, damit also nicht in der Lage, den Virus weiter zu geben". Er fügte hinzu: "Coming Out sei besser, als von Dritten geoutet zu werden."

Vorbild für andere Menschen

Er hoffe, Mut zu machen und einen weiteren Schritt gegen die Stigmatisierung von Menschen zu setzen, die sich durch ihr eigenes Verhalten oder aber unverschuldet mit HIV infiziert hätten. Auf jeden Fall habe er sich mit dieser Veröffentlichung "für den Rest meines Lebens von einem Damoklesschwert" befreit - auch wenn diese private Information für die Öffentlichkeit eigentlich irrelevant sei.

Bisher sei er nicht an die Öffentlichkeit gegangen, um seiner Familie die damit verbundene Aufmerksamkeit zu ersparen. Auch seine Freunde wüssten seit geraumer Zeit Bescheid "und gehen in einer Unbefangenheit damit um, die ich jeder und jedem Betroffenen wünschen würde". Darüber hinaus sei es "eine Information, die meiner Meinung nach hauptsächlich für diejenigen Menschen von Relevanz ist, mit denen sexueller Kontakt infrage kommt".

Die Reaktionen

Fans von Conchita Wurst reagierten verständnisvoll und zollten ihm Respekt für den Entscheid, mit der Information an die Öffentlichkeit zu gehen. "Der heutige Tag wird dir als einer der besten Tage deines Lebens in Erinnerung bleiben und ganz sicher auch vielen anderen Mut machen, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen", schrieb einer auf Wursts Instagramseite.

Ein anderer bedauerte, dass Wurst der Entscheid durch einen "grausamen Menschen abgenommen wurde". Wieder ein anderer meinte, HIV sollte heutzutage kein Druckmittel mehr sein dürfen. "Idioten wird es leider immer geben und Dummheit ist nicht behandelbar."