Damals sei das für sie ein Paradies gewesen, denn der Berliner Bahnhof Zoo sei ein richtiges Loch gewesen dagegen, sagte Christiane Felscherinow in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung". "Wie auf einem Wochenmarkt lagen die Drogen offen herum."

Sie finde, dass die Schweizer besser mit ihren Süchtigen umgehen als die Deutschen: "Da ist mehr Akzeptanz und Hilfe zur Selbsthilfe." Über Anna und Daniel Keel, die damals den Diogenes-Verlag leiteten und Christiane F. in den 1980er Jahren bei sich aufnahmen und in die damalige Schweizer Literaturszene einführten, sagte die Deutsche, die beiden seien wie Ersatzeltern gewesen. "Sie und die Buben bleiben mit die wichtigsten Menschen in meinem Leben."

Im Gespräch sagte die heute 51-Jährige, sie bereue "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", ab da sei sie für alle immer nur noch "Deutschlands bekanntester Junkie" gewesen. Ob sie clean sei oder nicht, habe niemanden interessiert. "Ich war damals 16 und hatte keine Ahnung, was das bedeuten würde."