China
China will vier Japaner exekutieren

China will nächste Woche vier mutmassliche japanische Drogenkuriere hinrichten lassen. Japans Regierung versucht dies nur zaghaft zu verhindern.

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Das Reich der Mitte kennt kein Pardon. Die chinesische Führung hat Japan mitgeteilt, dass sie drei zum Tode verurteilte japanischen Staatsbürger nächste Woche hinrichten will. Bereits vor zwei Tagen kündigte China an, einen weiteren Japaner zu töten. Den mutmasslichen Tätern wird vorgeworfen, Drogen ins Land geschmuggelt zu haben.

Die Ankündigung Chinas sorgt bei den ehemaligen Erzfeinden für politische Unruhe. Der japanische Aussenminister Katsuya Okada versucht denn auch die Hinrichtung aufzuhalten und hat dem chinesischen Botschafter in Japan seine Sorge über die bevorstehende Exekution zum Ausdruck gebracht. Okada befürchtet, dass gerade die Nachricht über die drei weiteren Hinrichtungen in Japan eine negative Stimmung gegen China auslösen könnte. Sollte China seine Drohung wahr machen, wären es die ersten ausgeführten Todesstrafen gegen Japaner in China seit der Normalisierung der Beziehungen beider Länder 1972.

Trotzdem wird es für Japan schwierig, die Hinrichtungen aufzuhalten, denn letzten Juli hat Japan einen Chinesen exekutieren lassen. Der Gefangene soll 1999 drei Landsleute im japanischen Kawasaki umgebracht haben.

Hinrichtung wahrscheinlich am Montag
Es ist davon auszugehen, dass der 65-jährige Japaner Mitsunobu Asano bereits am nächsten Montag hingerichtet wird. Die drei weiteren, zwei 67-Jährige und ein 48-Jähriger, sollen drei Tage später exekutiert werden. Asanu gibt inzwischen zu, im September 2006 Drogen über den chinesischen Flughafen Dalian nach Japan geschmuggelt zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, das China gnadenlos gegen Drogenkuriere vorgeht. Letzten Dezember vollstreckte das kommunistische Land ein Todesurteil gegen einen Briten. Der mutmassliche Täter galt jedoch als mental labil. (a-z.ch/muv)

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