Wie die Forscher in der Wissenschaftszeitung "Nature" mitteilten, gelang ihnen im sogenannten ALPHA-Experiment die Herstellung von 38 Anti-Wasserstoff-Atomen in einem Vakuum. Sie hätten rund eine Zehntel Sekunde lang existiert - lange genug, um sie zu untersuchen.

Die Forscher erhoffen sich von dem Experiment Antworten auf die Frage, was mit der Antimaterie nach dem Urknall geschehen ist - eines der grössten Rätsel der Wissenschaft. Der Urknall - vermutlich vor 13,7 Milliarden Jahren - gilt als Beginn des Universums. Damals wurden Materie und Antimaterie gebildet.

Letztere besteht aus Teilchen, die der Materie exakt gleichen, aber eine entgegengesetzte Ladung haben. Treffen Materie und Antimaterie aufeinander, vernichten sie sich gegenseitig. Antimaterie scheint verschwunden zu sein.

Wo ist die Antimaterie geblieben?

"Aus noch unbekannten Gründen schliesst die Natur die Existenz von Antimaterie aus", erklärte Jeffrey Hangst von der dänischen Universität Arhus, Sprecher des ALPHA-Experiments. Sein Team werde alles daran setzen, das Geheimnis der Antimaterie zu lüften.

Das CERN untersucht seit Jahren Antimaterie. Schon 1995 gelang die Produktion von Anti-Wasserstoff-Atomen. Sie setzen sich aus einem Antiproton und einem Positron zusammen. Sie galten lange als zu kurzlebig für Untersuchungen.

Im jüngsten Alpha-Experiment gelang es nun, in starken Magnetfeldern solche Atome für Untersuchungen eine kurze Zeit lang "am Leben" zu halten. Die Forscher möchten diese Anti-Atome nun mit Hilfe von Laser-Spektroskopie untersuchen und ihr Verhalten mit jenem von Wasserstoff-Atomen vergleichen.

Wie das CERN weiter ankündigte, untersuchen Forscher in einem weiteren Programm namens ASACUSA neue Techniken zur Herstellung von Antiwasserstoff-Atomen.