Jugendsession

Bundesrat Berset begrüsst 200 Jugendliche im Bundeshaus

Hochpolitische Jugend: Bundesrat Alain Berset (Archiv)

Hochpolitische Jugend: Bundesrat Alain Berset (Archiv)

Bundesrat Alain Berset hat am Samstag im Bundeshaus die Jugendsession eröffnet. Er kritisierte dabei das landläufige Vorurteil, dass die Jugend an Politik nicht interessiert sei.

"Indem Sie heute alle hier im Nationalratssaal versammelt sind, widerlegen Sie dieses Vorurteil eindrücklich", sagte er laut Redetext vor 200 jungen Menschen und angehenden Politikerinnen und Politikern.

Tatsache sei, dass die heutige Jugend stärker an nationalen Wahlen und Abstimmungen teilnehme, als die Jungen vor 40 Jahren. "Wenn man also einen klassischen Politikbegriff verwendet, ist die heutige Jugend politischer als es die 68er waren."

"Sie sind die erste Generation, für die nicht nur das Internet, sondern auch die Globalisierung die Normalität darstellt. Sie können gar nicht anders, als hoch politisch sein: Sie müssen verstehen, was der Aufstieg Indiens bedeutet, wie China tickt, wie die USA sich verändern", sagte Berset.

Es sei eine Aufgabe für die Jugend, diesen Blick nach aussen mit demjenigen nach innen zu vereinen. Denn die jetzige Schweizer Politik habe damit manchmal ein wenig Mühe.

Herausforderung "flexibler Mensch"

Viele aktuelle Themen würden an der Jugendsession diskutiert. Als Gesundheitsminister sei er gespannt auf die Debatte zum Thema "Leistungsgesellschaft und Gesundheit". Ein grosser Teil des Kostenwachstums im Gesundheitsbereich habe seinen Grund in den Veränderungen der Arbeitsweise.

"Diese ist hektischer und unsicherer geworden. Nur der sprichwörtliche 'flexible Mensch' kann in ihr überleben. Und so mancher, der nicht flexibel genug ist, zerbricht an ihr."

Die Gesundheitskosten seien deshalb immer auch ein gesamtgesellschaftliches Problem, "das unsere Werte auf den Prüfstand stellt". Ebenso verhalte es sich in der Sozialpolitik. "Letztlich geht es um die grosse Frage: Wie gehen wir mit den Schwächeren um?"

Berset, selbst erst 40 Jahre alt, forderte die Jugendlichen dazu auf, Verantwortung für ihre und die Zukunft der anderen wahrzunehmen. "Wir brauchen euer Engagement, um die Schweiz voranzubringen."

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