Der Titel - einem Fachbuch aus den 1930er Jahren entlehnt - sei natürlich ironisch gemeint, betonte Geldof im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Wenn es um Lady Gaga gehen würde, wäre es wohl ernst - "aber ich bin nicht Lord Gaga".

"Also zugegeben, mein Album verkauft sich nicht besonders gut", meinte er gegenüber der "NZZ". Musiker sässen heute mit Printmedien in einem Boot - als Opfer der neuen Technologien.

Während indes andere Musiker zugeben, auf Tournée gehen zu müssen, weil sie wegen illegaler Downloads zu wenig Tonträger verkaufen, bezeichnet Geldof Konzerte als überhaupt "das Wichtigste": "Ein Song gelangt erst im Konzert zur Vollendung".

Die Welt verändert

Songwriting sei eine Art Selbsttherapie. "Es macht mein Leben nicht einfacher, aber es hilft, einiges besser zu verstehen", erläuterte er gegenüber der "NZZ". Heute entstünden seine Songs intuitiv, "oft weiss ich zunächst überhaupt nicht, worum es geht", aber ab einem bestimmten Zeitpunkt wisse er, "dass der Song irgendwie richtig ist".

Im Rückblick auf seine Punk-Zeit mit den Boomtown Rats stellt er fest: "Wir haben die Welt verändert". Während Branchengenossen von damals wie die Bay City Rollers oder John Travolta heute - jedenfalls als Musiker - vergessen sind, würden Punk-Bands wie die Boomtown Rats, die Sex Pistols und The Clash "immer noch gefeiert".

Fehlende Leadership

Der Komponist von Welthits wie "I don't like Mondays" und der Initiant von wohltätigen Mega-Projekten wie "Band Aid" und "Live Aid" wird heute von der Öffentlichkeit vor allem als Polit-Aktivist wahrgenommen. Afrika und der Schuldenerlass für die Dritte Welt sind die grossen Themen.