Die renommierte Galerie Gagosian in Midtown Manhattan stellt Dylans Werke unter dem Titel «Die Asien-Serie» aus. Aufmerksamen Beobachtern fiel auf, dass Dylan in einigen Bildern die Motive berühmter Fotografen wie Henri Cartier-Bresson und Léon Busy kopierte, wie die «New York Times» am Mittwoch berichtete.

Das streitet die Galerie Gagosian auch gar nicht ab: «Einige von Bob Dylans Malereien haben verschiedene Quellen, darunter Archivmaterial und historische Aufnahmen. Ihre Frische und Resonanz reflektieren aber die Eindrücke, die Dylan bei seinen Reisen in Bezug auf Farben und Strukturen aus alltäglichen Szenen gewann.»

Die Galerie verweist auch auf ein Interview mit dem Allroundgenie im Ausstellungskatalog. Dort machte Dylan deutlich, dass er unter anderem Fotografien als Vorlage benutzt.

Auch Texte geklaut?

«Ich orientiere mich meistens am wahren Leben. Richtige Menschen, wahre Strassenszenen, Eindrücke vom Hintergrund, echte Modelle, Malereien, Fotos, gestellte Szenen, Architektur, grafische Designs: alles, was sich anbietet. (...) Ich verfolge die Ursache und ihre Wirkung von Anfang bis Ende. Beginnen sollte es aber immer mit etwas Greifbarem.»

Es sei nicht das erste Mal, dass der Sänger des «Tambourine Man» des Materialklaus verdächtigt werde, ergänzt die «New York Times». So wurde 2006 entdeckt, dass die Songtexte seines Albums «Modern Times» Versen des 1867 gestorbenen Dichters Henry Timrod ähneln.

Die Texte seines Albums «Love and Theft» wiederum weise Parallelen zu dem Gangsterroman «Confessions of a Yakuza» des Japaners Junichi Saga auf.