Oensingen

«Bi sälber echly dure bi Rot»

Adrian Studer, genannt «Ädu», geboren 1975 in Kestenholz, wohnt in Oensingen. Musik, Gesang und instrumental, ist seine grosse Leidenschaft, die er mit ebensolcher Begeisterung in Konzerten in der ganzen Schweiz zum Ausdruck bringt. «Ädu» stand schon auf grossen Konzertbühnen zusammen mit Uriah Heep, Eric St. Michaels oder den Keiser Twins. Nach Singles ist «Dure bi Rot» , sein erstes Album mit eigenen  Liedern wie «Ha di gärn» oder «One Love» von U2 und «Hey  Jude» von den Beatles. (wak)

Adrian Studer

Adrian Studer, genannt «Ädu», geboren 1975 in Kestenholz, wohnt in Oensingen. Musik, Gesang und instrumental, ist seine grosse Leidenschaft, die er mit ebensolcher Begeisterung in Konzerten in der ganzen Schweiz zum Ausdruck bringt. «Ädu» stand schon auf grossen Konzertbühnen zusammen mit Uriah Heep, Eric St. Michaels oder den Keiser Twins. Nach Singles ist «Dure bi Rot» , sein erstes Album mit eigenen Liedern wie «Ha di gärn» oder «One Love» von U2 und «Hey Jude» von den Beatles. (wak)

Von «Ädu» Adrian Studer erscheint heute die CD «Dure bi Rot, Live». Darauf zu hören ist eine Mischung in beachtlich hoher Qualität aus eigenen Liedern in Mundart und Coverssongs berühmter Bands.

Myriam Sperisen/Alois Winiger

Adrian Studer, wie kamen Sie auf den Titel «Dure bi Rot»?
Adrian Studer: Wahrscheinlich bin ich selber «echly dure bi Rot». Man sagt das auch von mir, wenn ich auf der Bühne stehe. Dort fühle ich mich halt auch wohl und gebe alles. Und weil wir im Sinn hatten, für die CD Live-Aufnahmen zu verwenden, passt der Titel erst recht.

Wer sind «wir» und wo wurden die Aufnahmen gemacht?
Studer: Wir, das sind Mario Martiniello, Leadgitarrist, und Daniel Schärer, klassische Gitarre und Percussion. Wir haben einfach das Beste aus den Konzerten zusammengeschnitten, die Aufnahmen machten wir im «Dos Amigos» in Oberbuchsiten und in der «Kurvenbeiz» in Murgenthal. Abgemischt hat Marco Jencarelli, Gitarrist bei Philipp Fankhauser.

Beim Hören der CD fällt die grosse Spannweite von fetzigen Coversongs und lyrisch-zärtlichen Liedern in Mundart auf. Welche liegen Ihnen mehr?
Studer: Ich kann mich für beides total begeistern. Bei den Mundartliedern ist wohl mehr Herzblut drin, weil ich sie selber geschrieben habe und sie so singen kann, wie ich es mir vorstelle. Aber ich spüre beim Publikum, dass man mir Mundartlieder ebenso abnimmt wie Songs von U2.

Sie wurden schon mit Gölä verglichen. Hat das damit zu tun, dass beide ein Lied singen «Ha di gärn»?
Studer: Da muss ich vorausschicken, dass mein Lied zuerst zu hören war, nämlich schon 2006. Ich habe es für meine Freundin Manuela geschrieben. Das wegen Gölä, also wir sind doch wirklich völlig andere Personen. Wahrscheinlich kennt da jemand den Unterschied zwischen Berner und Solothurner Dialekt nicht.

Stimmt es, dass das Lied besonders viele Reaktionen ausgelöst hat?
Studer: Ja, eine war extrem, sogar unheimlich rührend. Das Lied war nicht im Handel, wurde aber von einer Radiostation gespielt. Da rief mich ein Mann ganz begeistert an und wollte die CD haben. Als er erfuhr, dass keine existiert, meinte er, dass man eben eine machen müsse. Das Beste daran: Der Mann übernahm drei Viertel der Kosten.

Apropos Kosten und Geld: Wie weit können Sie von der Musik leben?
Studer: Ich mache mir da keine Illusionen, darum habe ich noch eine 40-Prozent-Stelle als Lagerist, das ist mein erlernter Beruf. Aber der Rest der Zeit wird für die Musik eingesetzt.

Eine Zeit lang hatten Sie offenbar mehr Zeit für die Musik, als Ihnen lieb war.
Studer: Ja, in dieser Zeit habe ich das Lied «Ha Zytig verchrüglet» geschrieben. Ich glaube, man spürt darin, wie ich mich gefühlt habe, immer wieder den Stellenanzeiger durchzusehen und nichts Passendes zu finden.

Wie kamen Sie eigentlich zur Musik?
Studer: Sicher hat mich meine Mutter beeinflusst. Sie singt viel und überall. Mir gefiel zuerst das Rhythmische besser, darum machte ich bei den Tambouren Kestenholz mit. Dann kam die klassische Gitarre und etwa mit 16 Jahren die elektrische - und das Singen. Da haben wir auch eine Heavy-Metal-Band gegründet.

Später kannte man Sie als Mr. Fluteloop. Warum der Wechsel zur Querflöte?
Studer: Wegen der Band Jethro Tull, bei deren Sound ist die Flöte ganz wichtig. Davon war ich fasziniert und bin es heute noch. Gelernt habe ich das Instrument autodidaktisch. Die Band Fluteloop kam 1999. Mit ihr konnte ich in der Sendung «Risiko» im Schweizer Fernsehen auftreten und am «Prix Walo» teilnehmen.

Mit den Kestenholzer Kollegen von «Irrwisch» haben Sie noch nie gespielt?
Studer: Nein, das hat sich bis jetzt nicht ergeben. Aber für ein Projekt könnte ich es mir schon vorstellen, das wär bestimmt spannend.

Wie sehen Ihre Pläne aus?
Studer: Vorerst mache ich sicher in diesem Stil weiter, wie er angesprochen wurde. Daneben will ich weitere Mundartlieder schreiben. Und als Fernziel habe ich ein eigenes Tonstudio, wobei nicht ein grosses professionelles gemeint ist - jedenfalls vorläufig nicht, sondern eines zum Vorproduzieren oder für Produktionen mit kleinem Budget.

www.mundart-aedu.ch

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