Neus Heim

Bauer Renzo wohnt jetzt im neuen Haus

Der Ex-Mister-Schweiz Renzo Blumenthal hat kürzlich sein neues Haus bezogen. Mit Blick auf den Kuhstall und auf die Bünder Alpen. «Hier fühle ich mich wie im siebten Himmel», sagt der umtriebige Biobauer aus Vella im Val Lumnezia.

Renzo Blumenthal, der schönste Mann des Jahres 2005, hat hier seinen Traum vom Eigenheim verwirklicht. «Ein geschmackvolles Haus, ein rentabler Hof und eine gesunde Familie, was will man mehr?»

Hell und modern ist das neue Haus der Blumenthals. Die Zufahrtsstrasse ist noch ein einziger Dreckweg, eine richtige Adresse gibt es noch nicht. Denn das 165 Quadratmeter grosse Haus konnte Renzo auf seinem eigenen Landwirtschaftsland bauen. «Weil ich Bauer bin, ging das», schmunzelt er.

Kurz vor Weihnachten konnte die Familie nach einem Jahr Bauzeit einziehen. Auffallend sind die hohen Räume, wo weisse Wände vorherrschen. Auch die Küchenfront ist weiss. Überhaupt sind die Küche, das Ess- und das Wohnzimmer ein riesiger, heller Raum.

Renzo sieht, ob Kühe «stierig» sind

Das ganze Wohnen der Blumenthals spielt sich auf einer Ebene ab. Die vier Schlafzimmer und das Büro, alles auf einer Fläche. Das sei ihm bei der Planung sehr wichtig gewesen, sagt der Bauer. Er wolle keine Treppen, man wisse nie, was passiere; so müsse er das Haus auch in späteren Jahren nicht mehr umbauen. Die kleine Einliegerwohnung im unteren Stock des Hauses hat er vermietet.
Zentrum des Hauses ist der grosse Holztisch. Eines der wenigen Möbelstücke, die sie beim Einzug nicht neu gekauft hätten, sagt er und demonstriert per Fernbedienung die neue Soundanlage. Dann schaut er erneut aus dem Fenster und sagt: «Ich fühle mich wie im siebten Himmel. Dieser Ausblick auf den Hof ist der Hammer.» So könne er vom Frühstückstisch aus herausfinden, ob eine seiner Kühe «stierig» sei. Er lacht.

Glück pur. Dann zeigt er auf das wunderschöne schwarze Ledersofa im Wohnzimmer. Dieses Ding habe ein Vermögen gekostet, er habe aber von dem Möbelhaus so viele Gutscheine gehabt, dass er nur noch wenig draufbezahlen musste.

Cleverer Geschäftsmann

Renzo ist ein cleverer Geschäftsmann. Auch mit den Küchengeräten und dem Hersteller konnte er einiges «deichseln». Einmal der schönste Mann des Landes gewesen zu sein, habe eben Nachteile, aber auch viele Vorteile.

Die Küche ist das Herzstück des Hauses. Alles in Weiss, eine grosse Kochinsel mit einem Tepanyaki, wo er gerne mal ein gutes Stück Fleisch brate. Als Abdeckung ein schwarzer Stein, als Farbtupfer die orange gestrichene Wand. «Die Küche ist uns voll gelungen», findet Blumenthal, drückt auf einen Knopf und füllt sich eine Flasche mit Mineralwasser. Auch das sei genial, lacht er genüsslich.

Ein Biobauer stellt man sich in einem kleinen düsteren Holzhaus vor, oder? «Nei, kei Holz. Das isch zläbig.» Er wolle auch nicht mit Holz heizen. Dar-um heizt er mit Erdwärme. Die Warmwasser-Energie bezieht er aus Solarzellen. Wenn die Sonne durch die Fenster scheint, reicht das sogar aus, um das ganze Haus aufzuwärmen.

«Blick aufs Vieh ist schöner als jedes Bild»

Eine warme Oase für einen Mann, der viel aus dem bodenständigen ländlichen Tal hinausfährt in die oberflächliche Glamourwelt nach Zürich. Wie viel ist Renzo eigentlich Bauer und wie viel Ex-Mister-Schweiz? 80 Prozent Bauer, 20 Prozent Ex-Mister, sagt er und erzählt, dass er gerne aus dem Tal gehe, aber noch viel lieber wieder nach Hause komme. «Die Landwirtschaft ist mein Traumberuf und darum fühle ich mich hier am wohlsten.»

Im Haus erinnert wenig an die «Buurerei». Keine Kuhglocken, keine Alpaufzüge. Einzig die drei kunstvoll geschnitzten Holzkühe in der Nische zum Büro. Denn wie sagt der Biobauer? «Der Blick auf das eigene Vieh ist schöner als jedes Bild.»

Meistgesehen

Artboard 1