Gebunden

Autor Claude Cueni: Jeder Kriminelle mit Fussfesseln ist freier

Die Gedanken sind frei: Obwohl der an Leukämie erkrankte Schriftsteller Claude Cueni kaum aus dem Haus kommt, hält er sich für einen zufriedenen Menschen. (Pressefoto)

Die Gedanken sind frei: Obwohl der an Leukämie erkrankte Schriftsteller Claude Cueni kaum aus dem Haus kommt, hält er sich für einen zufriedenen Menschen. (Pressefoto)

Schriftsteller Claude Cueni ("Script Avenue") hält die Tatsache, dass er zehn Jahre nach seiner Leukämie-Diagnose noch lebt, für einen «Triumph der Medizin». Und obwohl er das Haus seit Anfang Jahr keine zehn Mal verlassen konnte, ist er ein «zufriedener Mensch».

Denn der 62-Jährige hat für sich längst Wege gefunden, mit der Isolation umzugehen. Er stehe jeden Tag "um spätestens drei Uhr morgens auf, unfreiwillig" und tue, was er sich bereits als Kind angewöhnt habe: "Ich ziehe mich in meine Fantasiewelt zurück, in meine 'Script Avenue'". In dieser Welt sei er zu Hause, sagte Cueni der "Weltwoche". Und auch glücklich, obwohl jeder Kriminelle mit Fussfesseln mehr Bewegungsfreiheit habe als er.

Gerade ist das neue Buch von Claude Cueni, "Der Mann, der Glück brachte", erschienen. Bei der Recherche hat der Schriftsteller erfahren, dass Gewinner, anstatt sich über ihr Glück zu freuen, Angst vor dem Unglück bekommen. Ihm sei das als Teenager ähnlich ergangen. So hatte er, nachdem ein vielversprechendes Manuskript endlich fertig war, Panik, auf dem Weg zur Post von einem Deux-Chevaux überfahren zu werden.

Meistgesehen

Artboard 1