Austrinken übrigens war die Wiege von Camenischs Karriere: Im Ausgang, spätabends nach einem Bier oder eher mehreren pflegten er und seine Kollegen, in Mundart zu reimen. Ihm ist das offenbar besonders gut gelungen, jedenfalls schlug einer Camenisch vor, an einem Poetry-Slam teilzunehmen. Eins kam zum anderen, vorläufiger Höhepunkt war der Gewinn des Schweizer Literaturpreises 2010.

Seine Werke, erklärte Camenisch der "SI style", entwickle er vollständig im Kopf - erst wenn eine Geschichte zu Ende gedacht sei, schreibe er sie auf. Das sei wie beim Wein, "du darfst die Trauben nicht abnehmen, bevor sie reif sind".