Anschlag
Anschlag auf Til Schweigers Haus - wegen Afghanistan-Besuch

In den frühen Morgenstunden haben Unbekannte in Hamburg Farbbeutel gegen das Haus von Til Schweiger geworfen und das Haus seiner Freundin angezündet. Inzwischen ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Drucken
Teilen
Til Schweiger mit Freundin Swenja Holtmann

Til Schweiger mit Freundin Swenja Holtmann

Keystone

In der Nacht auf Montag haben Unbekannte im Hamburger Westen ein Auto angezündet und mit Farbbeuteln auf ein Wohnhaus geworfen. Laut Bericht von NDR 90,3 und Bild.de soll es sich dabei um das Haus des Schauspielers Til Schweiger handeln.

Til Schweiger als «Tatort»-Kommissar, äh Dirty Harry. Bild: NDR (Marion von der Mheden)
8 Bilder
Action jedenfalls wird in diesem Film «Willkommen in Hamburg» grossgeschrieben.
Wie Schimanski: Til Schweiger als Nick Tschiller in seinem ersten «Tatort»
MIt der US_Amerikanerin Dana war er zehn Jahre verheiratet. Sie trennten sich 2005 und haben vier Kinder.
Til Schweiger und Martin Feifel in «Was tun, wenn's brennt» (2002)
Der Deutsche in Amerika: Til Schweiger als Soldat in «Der rote Baron» (mit Ralph Fiennes; 2007)
Til Schweiger als Killer in: «Eisbär»
Til Schweiger mit Tochter Emma bei der Premiere seiens Films Kokowää 2

Til Schweiger als «Tatort»-Kommissar, äh Dirty Harry. Bild: NDR (Marion von der Mheden)

Insgesamt sechs weisse Farbbeutel sollen das Haus getroffen haben. Das Auo, ein heller Mini-Cooper, soll Schweigers Freundin Svenja Holtmann gehören. Der Schauspieler und seine Freundin seien zur Tatzeit nicht zu Hause gewesen, sondern im Urlaub auf Mallorca. Auch die Mutter Dana Schweiger, die in der Nachbarschaft wohnt, soll abwesend gewesen sein.

Laut Angaben der Polizei haben Anwohner gegen 3 Uhr morgens Polizei und Feuerwehr alarmiert. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage der "Welt" einen Anschlag auf ein Haus in den Elbvororten, wollte sich aber nicht zur Identität des Hausbewohners äussern.

Til Schweiger bei seinem Solidaritätsbeuch in Afghanistan 2012 Screenshot: bild.de

Til Schweiger bei seinem Solidaritätsbeuch in Afghanistan 2012 Screenshot: bild.de

AZ

Bekennerschreiben aufgetaucht

Am späten Nachmittag meldete die Hamburger Morgenpost jedoch, dass sie ein Bekennerschreiben der Gruppe «Die Tatortverunreinigerinnen» erreicht habe.

Darin heisse es, dass man zwei Wochen nach der Ausstrahlung des ersten Schweiger-«Tatorts» mit dem Titel »Willkommen in Hamburg» das Anwesen des 49-Jährigen «mit krimineller Energie» heimgesucht habe.

Die Verfasser sollen Schweiger in dem Schreiben ausserdem vorwerfen, mit seinen öffentlichen Äusserungen und seinem Film «Schutzengel» den Bundeswehreinsatz in Afghanistan zu verherrlichen.

Schweiger ist im Juni 2012 zu den in Afghanistan stationierten Soldaten gereist, und hat ihnen den Film gezeigt.«Ich wollte ihnen eine Freude machen, und der Film hat einen Bezug zum Afghanistan-Krieg», sagte er danach in einem Interview zur «Bild»-Zeitung.

Sein Besuch sollte auch Wertschätzung für den Einsatz der Soldaten zum Ausdruck bringen. «Wir leben zu Hause ein Luxusleben - und die sind da unten bei 45 Grad. Das wird in Deutschland leider nicht genug gewürdigt.»

Dreimal hätten sie den Soldaten den Film gezeigt. Darin geht es um einen ehemaligen Elite-Soldaten, der für den Zeugenschutz arbeitet. «Ich habe das Drehbuch mit einem britischen Elitesoldaten geschrieben», sagt der Schauspieler. «Deshalb flog ich nach Afghanistan - auch als Wertschätzung und Anerkennung».
Umzug von der Berlin an nach Hamburg

Til Schweiger war erst kürzlich aus Berlin in seine Wahlheimat an die Elbe gezogen, um näher bei seinen vier Kindern zu sein. Nach der Trennung von seiner Frau Dana im Jahr 2005 war Schweiger nach Berlin gezogen, seine Kinder waren bei ihrer Mutter in Hamburg-Niendorf geblieben.

Dana Schweiger hatte vor Kurzem in einem Interview gesagt: «Kinder, die in der Pubertät sind, brauchen die Eltern. Dabei ist es auch sehr wichtig, dass die geschlechterspezifischen Eigenschaften zum Tragen kommen.» Til Schweiger sei viel unterwegs, meist müssten die Kinder mit dem Zug nach Berlin fahren, um ihren Vater zu sehen.
Top-Quote für ersten Schweiger-«Tatort»

Am 10. März feierte Schweiger in der Rolle von Nick Tschiller Premiere als "Tatort"-Kommissar. 12,57 Millionen Zuschauer haben bei "Willkommen in Hamburg" eingeschaltet - für einen "Tatort" war dies der beste Wert seit dem 25. September 1993, als die Kommissare Stoever (Manfred Krug) und Brockmöller (Charles Brauer) 12,83 Millionen Menschen vor den Bildschirm lockten.

Zuletzt wurde Schweigers Top-Quote durch den Münster-Tatort am Sonntag geschlagen.

Aktuelle Nachrichten