«Mütter-Porno»

Angelina Jolie soll «Mommy Porn»-Film drehen

Ein Gerücht geht um in Hollywood. Der Skandal-Bestseller «Fifty Shades of Grey» soll von Angelina Jolie verfilmt werden. Die schlecht geschriebene, aber sich grandios verkaufende Romantrilogie soll besonders Frauen in Heerscharen begeistern.

Noch sucht Universal Picutres einen Regissuer oder eine Regisseurin für das BDSM-Buch, das als Frauenfesselroman die Kassen klingeln lässt. Weltweit wurde die Trilogie 30 Millionen Mal verkauft - nicht trotz, sondern wegen der Sadomaso-Schilderungen mit Fesselspielen und Peitschenhieben. Auch die Schweizer sind auf den Hype aufgesprungen: 14 Tagen nach Erscheinen der Übersetzung ist die deutsche Version bei Ex Libris offenbar bereits ausverkauft - sozusagen der Viagra des Buchhandels.

Ausgepeitscht vom milliardenschweren Märchenprinzen, Unterwerfung und sexuelle Initiation, geschrieben von E. L. James, einer Frau Ende 40 mit blumigen Hausfrauengewaltphantasien, die Berichten zufolge vor allem gebildete Frauen zwischen 30 und 50 kaltwarme Schauder über den Rücken hat jagen lassen.

Bild: Random House

Fifty Shades of grey. Von diesem Buchinhalt sollen Frauen angeblich schon am Frühstückstisch träumen

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Ausgepeitscht vom Märchenprinzen

Geschrieben sind die drei Bände, so bemängeln Literaturkritiker, allzu mittelmässig. Das mag sich auch daraus erklären, dass die erste Version der Geschichte aus gebloggten Storys bestand, die von einem australischen Kleinverlag zum Buch gemacht wurden, dann zum E-Book-Erfolg mutierten und schliesslich auf die Bestsellerliste der «New York Times» sprangen. Laut einer Umfrage der New York Post haben die Leserinnen mehrheitlich mindestens eine der drei folgenden Dinge getan: 1. Die gesamten 1200 Seiten in weniger als zehn Tagen gelesen: 2. Das Buch einfach nicht weglegen können; 3. Es beim Frühstück in Beisein der Familie diskret auf einem elektronischen Gerät gelesen. Unter New Yorker Müttern heisst «Fifty Shades» mittlerweile einfach nur «The Book».

Focus und Universal Pictures jedenfalls sicherte sich für fünf Millionen US Dollar die Rechte an dem Buch, und seither machen Namen und Notizen die Runde. Allen voran kuirsieren die Namen jener Schauspieler, die miteinander schlafen sollen. Emma Watson, Amanda Seyfreid oder Kirsten Dunst sollen die unberührte Anastasia Steele spielen, die sich dem älteren Christian Grey per Vertrag ausliefert; dieser wiederum soll von Ian Somerhalder, Ryan Gosling oder Michael Fassbender verkörpert werden. Andere Quellen wiederum behaupten, dass Bret Easton Ellis («American Psycho») auf Twitter hyperventiliere, weil er unbedingt das Drehbuch schreiben möchte - mit David Cronenberg als Wunschregisseur und Alexander Skarsgard als Wunsch-Sadist.

Krieg oder Liebe?

Angelina Jolies Sprecherin hat zwar verlauten lassen, dass noch keine formellen Gespräche stattgefnden hätten. Angelina Jolies Name kam wohl in Umlauf, weil sie selbst nie einen Hehl daraus gemacht hat, BDSM-Praktiken nicht abgeneigt zu sein. Sie ist auch bekannt dafür, Hollywood auch auf dem Regiestuhl nicht ganz den Männern überlassen zu wollen, und sie liebt starke Frauenrollen. Dieses Vorhaben wird allerdings nur von ihrem noch grösseren Hang zum philantropen Gutmenschentum torpediert: Nach ihrem Filmdebüt über den Bosnienkrieg arbeitet sie an einem Drehbuch zum Afghanistankrieg. (cls)

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