Volksmusik-Star

Andreas Gabalier fühlt sich in die rechte Ecke gedrängt – und blitzt mit Beleidigungs-Klage ab

Österreichs Volks-Rock'n Roller Andreas Gabalier ist wegen angeblich beleidigender Aussagen eines Veranstalters vor Gericht gezogen und dort abgeblitzt. Das Oberlandesgericht Wien wies seinen Antrag auch in zweiter Instanz ab, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte.

Der Musiker fühlte sich durch den Chef des Wiener Konzerthauses, Matthias Naske, in die rechte Ecke gedrängt. Naske meinte in einem Interview, dass er Gabalier nicht in seinem Haus auftreten lassen würde, weil das falsche Signale aussende. Der Sänger sah sich dadurch in seiner Karriere beeinträchtigt. Der Streitwert wurde auf 500'000 Euro festgesetzt.

Gabalier ist für seine Mischung aus heimatliebender Volksmusik und Poprock im steirischen Dialekt bekannt. Auch abseits der Bühne vertritt er regelmässig ein konservatives Weltbild und sorgt etwa mit seiner traditionellen Einstellung zur Rolle von Frauen für Aufregung.

Laut Gericht sind alle Aussagen Naskes als Werturteile zulässig. Sie könnten auf Äusserungen Gabaliers zu gesellschaftlich relevanten Themen bezogen werden.

Als Beispiel wird die "Ablehnung der Berücksichtigung 'grosser Töchter' in der österreichischen Bundeshymne" im Urteil angeführt. Gabalier singt die Nationalhymne auch bei öffentlichen Auftritten bewusst in der alten Fassung nur mit Erwähnung der grossen Söhne Österreichs - nicht der grossen Töchter.

Impressionen von Andreas Gabaliers Konzert im Aargauer Birrfeld (Juni 2017)

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