"Das Gefühl, genau das schreiben zu können, was ich auch schreiben will, war noch nie so stark wie heute", sagt Sulzer im Interview mit der "Schweiz am Sonntag".

Nach seinem letzten Buch "Postskriptum" - es handelt von einem alternden schwulen Schauspieler, der im Hotel Waldhaus in Sils-Maria unterschiedlichsten Personen begegnet - ist der Schriftsteller an einer neuen Geschichte dran. "Ich denke, sie wird gut. Mehr sage ich nicht."

Was seine Heimatstadt Basel betrifft, kann Sulzer durchaus auch auf Distanz gehen. Über gute Architektur kann er sich zwar freuen. Hart ins Gericht geht er aber mit dem neuen Messezentrum. Es sei "eine städtebauliche Niederlage, eine moderne Stadtmauer, die den Blick absichtsvoll verstellt".

Ob er denn Kulturpessimist sei? Nein, so Sulzer. "Ich kann mich nicht darüber aufregen, dass alle Leute unentwegt auf ihren Smartphones herumdrücken." Darüber, dass Basler Restaurants zu früh schliessen, hingegen schon. "Ich kann mich tatsächlich ärgern, wenn fast überall um halb zehn Uhr abends die Küche geschlossen und um Viertel vor zwölf hochgestuhlt wird." Genauso ärgert sich Sulzer "über schlechtes und teures Essen".