Menschenrechte

Ai Weiwei wird in China gehütet wie ein Nationalschatz

Der unter Hausarrest stehende Künstler Ai Weiwei fühlt sich von den Behörden leicht überbehütet (Archiv)

Der unter Hausarrest stehende Künstler Ai Weiwei fühlt sich von den Behörden leicht überbehütet (Archiv)

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei bewundert die Deutschen wegen ihrer Toleranz. In China fühlt er sich wie ein «Nationalschatz» - allerdings weniger im Sinne von geehrt als verwahrt. Ai Weiwei steht seit 2011 in China unter Hausarrest.

"Ich bin Deutschland für seine Bereitschaft, sich andere Argumente anzuhören und zu akzeptieren, sehr dankbar", sagte der 55-Jährige der Zeitschrift "Vogue". "Die Deutschen sind sehr offene Menschen. Das ist ein grosses Glück für die Welt. Dafür bewundere ich Deutschland."

Ai Weiwei gestaltet den deutschen Pavillon bei der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig mit. Er sei Künstler geworden, um etwas freier zu sein. "Ich habe keine einzige Phase in meiner künstlerischen Laufbahn geplant, ich wollte einfach nur Künstler werden, weil ich dachte, es wäre der einzige Weg, ein wenig Freiheit zu haben", sagte er.

In seiner Heimat ist es derzeit damit nicht weit her. "Ich bin zwar ein freier Mann, aber ich besitze keinen Pass und darf nicht ins Ausland reisen. Trotzdem bin ich glücklich. Ich werde in gewisser Weise wie ein Nationalschatz behandelt. Es würde die Behörden verunsichern, diesen Schatz zu verlieren."

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1