"Miss New York" Nina Davuluri ist zur schönsten Frau der USA gekürt worden. Die 24-jährige Physikstudentin, die als erste indischstämmige Frau den Schönheitswettbewerb gewann, setzte sich am Sonntagabend bei der Show in Atlantic City im Bundesstaat New Jersey gegen 52 Konkurrentinnen durch.

Sie gewann 50'000 Dollar, um ihr Studium fortzusetzen. Davuluri wird als "Miss America 2014" zu Auftritten im ganzen Land reisen.

"Es war das erste Mal, dass Bollywood auf der Miss-America-Bühne aufgeführt wurde", sagte Davuluri am Montag im Fernsehsender ABC. "Das ist eine Ehre für mich und meine Gemeinde." Auf dem zweiten Platz landete "Miss Kalifornien" Crystal Lee.

Rassistische Kommentare

Auf die Wahl einer indischstämmigen Frau zur "Miss America" reagierten einige Nutzer des Kurzbotschaftendienstes Twitter mit rassistischen Kommentaren. "Es heisst Miss America. Verschwinde aus New York, Du siehst wie ein Terrorist aus", schrieb einer.

Wie er nahmen auch weitere Bezug auf die Terroranschläge vom 11. September 2001, einer schrieb, Al-Kaida habe offenbar "die liberalen Juroren beeinflusst". Andere, wie der feministische Blog Jezebel, hielten entgegen: "Rassisten machen rassistische Äusserungen, weil die Miss America nicht weiss ist."

Ein Nutzer schrieb: "9/11 liegt vier Tage zurück und sie wird Miss America?"

Selbst der in den USA prominente Todd Starnes, Moderator des Senders Fox, schrieb: "Die liberalen Miss-America-Juroren würden das nicht sagen - aber Miss Kansas hat verloren, weil sie wirklich amerikanische Werte vertritt." Ausserdem kommentierte er die Wahl Davuluris: "Miss Politically Correct America".

Amerikanische Geschichte

Doch es gab auch ganz andere Stimmen. Der Musiker Questlove von der Band The Roots schrieb: "Ich finde, es ist grossartig, dass @Nina Davuluri zur Miss America gekrönt wurde. DAS ist die amerikanische Geschichte."

Davuluri sagte am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz, über solchen Kommentaren müsse sie "drüber stehen". Sie habe sich stets "vor allem als Amerikanerin" gefühlt. Sie sei froh, dass die "Miss-America"-Organisatoren auf Verschiedenheit gesetzt hätten. "Ich bin dankbar, dass Kinder, die Zuhause zuschauen, sich endlich mit einer neuen Miss America identifizieren können."

An der Wahl nehmen die jeweils schönsten Frauen aus den 50 US-Bundesstaaten und der Bundeshauptstadt Washington teil sowie die Schönheitsköniginnen aus Puerto Rico und von den Jungferninseln.