Weinfelden (TG)

1,4 Promille und fast 140 Sachen: Jan Ullrich wegen Unfall morgen vor Gericht

Beim Unfall im Mai 2014 wurden zwei Beteiligte verletzt.

Beim Unfall im Mai 2014 wurden zwei Beteiligte verletzt.

Der einstige Radsport-Star Jan Ullrich muss sich morgen Dienstag vor dem Bezirksgericht Weinfelden (TG) für einen Autounfall unter Alkoholeinfluss verantworten. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine 18-monatige Gefängnisstrafe.

Diese soll allerdings für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Ausserdem soll Ullrich zu einer Geldstrafe in Höhe von 10'000 Franken verurteilt werden.

Der erste und bislang einzige deutsche Sieger der Tour de France (1997) hat bereits signalisiert, dass er eine Bewährungsstrafe akzeptieren würde. Nach dem Unfall im Mai vergangenen Jahres hatte der Ex-Profi, der heute als Berater im Radsportbereich tätig ist, ein "unverzeihliches" Verhalten eingeräumt und Besserung gelobt. Mit einem Urteil wird noch am Dienstag gerechnet.

Jan Ullrich in seinem Schweizer Zuhause in Scherzingen (TG)

Jan Ullrich in seinem Schweizer Zuhause in Scherzingen (TG)

Laut Anklage hatte sich der heute 41-jährige Ullrich am 19. Mai 2014 zweimal angetrunken ans Steuer gesetzt. Bei der Heimfahrt in seinen Wohnort Scherzingen (TG) kollidierte er in Mattwil an einer Kreuzung mit zwei Autos. Zwei Beteiligte wurden verletzt. Eine Atemluftprobe hatte 1,4 Promille ergeben. Ullrich soll mit fast 140 Stundenkilometern gefahren sein - auf der Strasse sind 80 km/h erlaubt.

Die Staatsanwaltschaft klagte ihn an wegen "vorsätzlicher grober Verletzung der Verkehrsregeln und mehrfachem vorsätzlichen Fahren in qualifiziert fahrunfähigem Zustand".

Es ist dies nicht das erste Mal: 2002 fuhr er betrunken mit seinem Sportwagen in Freiburg im Breisgau einen Veloständer um, beschädigte dabei mehrere Velos und beging Fahrerflucht. Damals wurde er zu 70 Tagessätzen verurteilt.

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