Klapproth, der zu „Sternstunde Philosophie“ wechselt, sagt:  „Wenn ich Elend und Schrecken sehe, erschüttert mich das. Ich ertrage Grausamkeiten sehr schlecht. Nie käme ich auf die Idee, freiwillig einen Horrorfilm zu schauen. Wahrscheinlich bin ich eine Mimose.“

Er habe jedoch eine interessante Beobachtung gemacht: „Schlimme Ereignisse halte ich besser aus, wenn ich arbeite, als wenn ich zu Hause sitze. Vielleicht ist das ähnlich wie bei einem Feuerwehrmann, der einem Brand nicht zusehen muss, sondern ihn löschen kann.“

Klapproth verrät in der „Schweiz am Sonntag“ weiter, dass er beinahe Professor statt Journalist geworden wäre: „Meine Rauflust verhinderte diese Laufbahn. Das ging so: Ich war Forschungsassistent an der Universität Genf. Mein Professor wollte den Posten jemand anderem zuhalten und behauptete, meine Leistungen seien ungenügend. Was nachweislich nicht stimmte. Da wehrte sich der Robin Hood in mir: Ich zog vor Arbeitsgericht. Der Professor tobte! Doch ich gewann den Prozess und erhielt zehn Monatslöhne, das waren 12 000 Franken. Damit kaufte ich mir die Gesamtausgabe von Ernst Bloch und Bertolt Brecht, eine Lederjacke und eine Vespa. An der Uni wurde ich aber zum Paria. Spätestens da war für mich klar: Journalismus passt besser zu mir.“

Klapproth spricht auch darüber, wie er «Sternstunde Philosophie» positionieren möchte: „Wir wollen noch näher ans Zeitgeschehen rücken: weniger Fachphilosophie, dafür einen stärkeren Fokus auf aktuelle Geschehnisse. Im Sinne von Victor Hugo: Philosophie ist das Mikroskop des Denkens. Wir behandeln die gleichen existenziellen Themen wie die News, einfach mit mikroskopisch scharfem, tieferem Blick.“