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Mysteriöses Fischsterben am Blausee: Berner Parlament startet Untersuchung

Philipp Hildebrand, Stefan Linder und Andre Lüthi von der Blausee AG informieren am Donnerstag über das mysteriöse Fischsterben im Betrieb.

Philipp Hildebrand, Stefan Linder und Andre Lüthi von der Blausee AG informieren am Donnerstag über das mysteriöse Fischsterben im Betrieb.

Nachdem in den letzten zwei Jahren Zehntausende Fische aus ungeklärten Gründen im Naturpark Blausee im Kandertal verendet sind, hat das Bernische Kantonsparlament am Montag eine Untersuchung beschlossen.

(sat) Im Fokus der Abklärungen der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des bernischen Grossen Rates soll die Frage stehen, welche Aufgaben und Kompetenzen dem Kanton obliegen und inwiefern er diese korrekt wahrgenommen hat. Das schreibt das Kantonsparlament am Montag in einer Medienmitteilung. Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, werde es für die GPK in einem ersten Schritt darum gehen, sich einen Überblick über bereits angelaufene anderweitige Untersuchungen zu verschaffen.

Die Geschäftsprüfungskommission, welche im Kanton Bern die Oberaufsicht über den Regierungsrat sowie die Verwaltung ausübt, verfügt für diese Aufgabe über umfassende Informationsrechte. Ebenfalls gelten diese für andere Träger öffentlicher Aufgaben wie beispielsweise die BLS AG. Die privatwirtschaftlich organisierte Bahngesellschaft, welche die Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels in Auftrag gab, steht nämlich mehrheitlich im Besitz des Kantons Bern.

Bereits wird der Ruf nach einer PUK laut

Letzte Woche publizierten die Tamedia-Redaktion und die «Rundschau» von Fernsehen SRF Recherchen, wonach die mutmasslich unsachgemässe Entsorgung von Schotter aus dem Lötschberg-Scheitelbahntunnel zur Vergiftung der Tiere in der Fischzucht am Blausee geführt haben könnte. In dieselbe Kerbe hauen auch die Blausee-Eigentümer und werfen den bernischen Behörden Nichtstun vor. Seit drei Monaten wüssten sie im Detail Bescheid. Doch nichts sei geschehen. Laut eigenen Angaben hat die Blausee AG seit 2018 mit mehreren Fischsterben zu kämpfen. Mutmasslich, weil im Steinbruch oberhalb des touristisch und kommerziell genutzten Sees und der Fischzucht illegal 1000 Tonnen mit Giftstoffen und Schwermetallen belasteter Altschotter deponiert wurde.

Am Freitag forderte bereits die SP Kanton Bern mit einem – auch von Parlamentariern aus anderen Parteien unterzeichneten – Vorstoss eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) in derselben Sache. Eine PUK müsste jedoch das Kantonsparlament erst noch einsetzen.

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