Seltene Tiere
Gestatten, mein Name ist Herkules, der Liger

Löwenmähne und Tigerstreifen: Die Liger gelten als die grössten Katzentiere der Welt. Eines davon hat es jetzt ins Guinness Buch der Rekorde geschafft: Herkules, ein Liger aus Florida.

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«Hercules», der grösste Liger der Welt
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Zwei junge Liger Unterscheidungsmerkmal sind die Streifen am hellen Bauch
So sieht ein junger Liger aus Das Liger-Jungtier hat noch ein flauschiges Fell, aber die Tiger-Streifen sind schon gut zu erkennen. Liger zählen zu den größten Raubkatzen der Welt. Sie werden mit bis zu 350 cm Gesamtlänge beinahe so groß wie der sibirische Tiger (als grösste Katze der Welt wird er bis zu 380 cm lang).

«Hercules», der grösste Liger der Welt

zvg

Vergessen Sie die am meisten in der Minuten zerquetschten Getränkedosen, das weltgrösste Mosaik auf Sand oder die längste Laufstrecke auf heissen Herdplatten: Der wahre Rekordhalter des berühmten und immer wieder gerne gelesenen Guinness-Buch der Rekorde heisst Herkules, ist 1 m 22 gross und wiegt 419 Kilo. Liger sind Hybride, die aus einer Kreuzung zwischen Tigerweibchen und Löwenmännchen entstehen.

Herkules hat drei Brüder - Sindbad, Vulkan und Zeus. Er selbst wurde 2002 geboren im kalifornischen «Myrtle Beach Safari», einem auf seltene Tiere spezialisierten Wildpark. Seine Name verpflichtet: Herkules verspeist täglich neun Kilo Fleisch, trotz seiner gigantischen Körpermasse gilt er jedoch als verschmust und äussserst soziales Tier.

Löwen und Tiger haben eine völlig unterschiedliche Lebensweise. Während Löwen gesellig in Rudeln leben, sind Tiger leidenschaftliche Einzelgänger. Die beiden Raubkatzenarten begegnen sich auch aufgrund ihrer Lebensräume eher selten, weshalb die Biologen annehmen, dass es weder Liger noch Töwen (Tiger paart sich mit Löwin) gibt, die in freier Wildbahn gezeugt wurden. In freier Wildbahn begegnen sich die beiden Grosskatzen wohl kaum. Bekannt sind bisher nur Liger und Töwen, die durch Zucht oder zufällig in Zoos und Zirkussen entstanden sind.

Paarungen respektive Hybridisierungen von Menschenhand erzwungen sind so selten nicht. So wurden die asiatischen Sikahirsche mit dem europäischen Rothirsch gekreuzt. Solche Verbindungen nennen Wissenschaftler unseriös, weil sie nichteuropäische Arten in Europa einbringen, deren Gene womöglich stärker sind als die europäischen Arten.

Ein anderes Beispiel für eine seriösere Kreuzung ist das Maultier, eine Kreuzung zwischen Eselhengst und Pferdstute. Paaren sich ein Pferdehengst und eine Eselsstute, heisst der Hybrid Maulesel (in der Regel wird bei Hybriden der Vater zuerst genannt)

Eine Kreuzung zwischen Zebra und Esel ist ein Zebrule oder Zebresel respektive Zesel. (cls)

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