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FC Luzern, «Pilatus», Unilever: Immer mehr Firmen und Veranstalter messen die Temperatur

Im Kampf gegen das Coronavirus messen immer mehr Firmen und Veranstalter ihren Mitarbeitenden und Besuchern die Körpertemperatur. Der Nutzen des automatischen Fiebermessens ist aber umstritten.

(sat) Ab sofort messen die Pilatus-Flugzeugwerke in Stans (NW) allen 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Körpertemperatur. Zudem wird jeder Zutritt fotografiert. Wie die NZZ am Mittwoch schreibt, können sie sich dagegen nicht wehren und die Daten werden 14 Tage lang gespeichert. Dasselbe gelte für Kunden und Besucher der Firma. Bei einer Temperatur über 37,7 Grad werde individuell nachgemessen, wird ein Sprecher zitiert. Fallen die Werte erneut zu hoch aus – oder wehrt sich jemand gegen die Messung oder die Aufnahme – müsse er oder sie heim.

Einer Frau wird beim Einkaufen in einem Modebetrieb in Zürich die Temperatur gemessen. (Symbol)

Einer Frau wird beim Einkaufen in einem Modebetrieb in Zürich die Temperatur gemessen. (Symbol)

Auch der weltweit tätige Nahrungsmittelkonzern Unilever bestätigt gegenüber der NZZ den Aufbau eines Temperaturmessnetzes. In der Schweiz davon betroffen sind demnach 250 Mitarbeitende an den Standorten in Thayngen SH und Steinhausen ZG. Unilever zeichnet jedoch weder Bilder noch Daten auf. Nun sollen die Systeme aber automatisiert werden.

Massnahme mit umstrittener Wirkung

Und auch an der Glarner Landsgemeinde, welche vom Frühling auf den 13. September verschoben worden ist, sollen Fieber-Scanner eingesetzt werden. Personen mit mehr als 38 Grad würden weggewiesen, schreibt die NZZ. Bereits seit Ausbruch des Coronavirus ist Fiebermessen ein verbreitetes Mittel um die Pandemie an Flughäfen und Grenzübertritten oder in Einkaufszentren und Spitälern einzudämmen.

Allerdings ist die Massnahme respektive deren Wirkung zur Eindämmung der Pandemie umstritten. So gibt es bislang auch keine offizielle Empfehlung der Schweizer Behörden zum Temperaturmessen. Und es gibt inzwischen auch erste Betriebe, die bereits wieder abgekommen sind vom systematischen Fiebermessen bei Mitarbeitenden. So hat etwa die UBS ihr Messnetz bereits vor einem Monat stark reduziert. Und neu ist das Messen der Temperatur für Mitarbeitende der Grossbank freiwillig. Die Rede ist von sogenannten Self-Service-Stationen – die jedoch stark nachgefragt seien.

Eishockey ja - Fussball Nein

Auch an Sportanlässen ist Besuchern bereits die Temperatur gemessen worden. So hat in der Schweiz etwa der FC Luzern laut NZZ an sieben Meisterschaftsspielen automatische Infrarot-Wärmebild-Systeme eingesetzt. Die Tests seien positiv verlaufen und hätten den Zugang zum Stadion beschleunigt. Ob der Club das System definitiv einführen wird, hänge von den Kosten und den Auflagen des Fussballverbands ab.

Anders als im Eishockey, wo die Liga Temperaturmessungen am Stadioneingang in ihrem Rahmenschutzkonzept explizit empfiehlt, wird es im Fussball dagegen wohl keine entsprechende Empfehlung geben. So jedenfalls begründet ein Liga-Sprecher, nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Gesundheit erachte man im Fussball Fiebermessen bei den offenen Stadien nicht als zielführend.

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