Die Resultate liegen der «Schweiz am Sonntag» vor. Es zeigt sich: Profi-Einbrecher, die ihre Tat minutiös planen, sind höchst selten unterwegs, wie die Studie zeigt. Die meisten beobachten die Wohnungen und Häuser nicht einmal, sondern wählen die Objekte ihrer Begierde meist spontan und nach den Fluchtmöglichkeiten aus. «Halb-Profis» bevorzugen Orte in der Nähe von Autobahnen und anonyme Quartiere.

Die Einbruchregion hängt auch von der Spezialisierung des Einbrechers ab: Manche bevorzugen Wohnblocks, andere Einfamilienhäuser. Zwar haben die Diebstähle in Einfamilienhäuser innerhalb eines Jahres um 50 Prozent auf 16 324 Delikte zugenommen, doch am beliebtesten sind noch immer die Mehrfamilienhäuser. «Es besteht über alle Stockwerge hinweg ein ernst zu nehmendes Einbruchrisiko», sagt Jeanine Hoppe, Sprecherin der Basler Versicherung. Entgegen der verbreiteten Wahrnehmung dringt nur ein Drittel der Diebe im Erdgeschoss ein.

Gerade tagsüber sind höhere Etagen eher gefährdet. «Einbrecher fühlen sich in oberen Stockwerken ungestörter», sagt Hoppe. Einmal im Haus, durchsuchen die Diebe erst das Schlafzimmer, dann das Bad und das Büro. Sind sie in Gruppen unterwegs - was vor allem bei den Kriminaltouristen der Fall ist - halten sie Funkkontakt. Solche Banden-Einbrüche haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Besonders beliebte Beute dieser Einbrecher sind Bargeld, Schmuck und technische Geräte, also alles, was sich schnell in Geld umwandeln lässt. Und was geht beim Suchen alles kaputt? Im Durchschnitt entsteht pro Einbruch ein Schaden von 4000 Franken.

Oft viel schlimmer ist aber die Zerstörung des Sicherheitsgefühls. Jedes fünfte Opfer gibt an, seit der Tat Angst und Schlafstörungen zu haben. «Bei gewissen Menschen sind die Anpassungsprobleme so gross, dass sie sich kaum mehr aus dem Haus getrauen», sagt Rahel Bachem vom Psychologischen Institut der Universität Zürich. Ebenfalls leidet jedes dritte Opfer stark unter den Gefühlen von Ekel und Abscheu. Auch hart trifft viele der Verlust von Erb- und Erinnerungsstücken. Knapp die Hälfte der Opfer kann dies nur schwer wegstecken, zeigt die Opferbefragung.