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Corona-App an Schulen: Lehrer fordern Klarheit über Lockerung von Handyverboten

Die Kantone sollen eine Empfehlung zur Handynutzung im Unterricht abgeben, so der Lehrerverband LCH (Symbolbild)

Die Kantone sollen eine Empfehlung zur Handynutzung im Unterricht abgeben, so der Lehrerverband LCH (Symbolbild)

Kommt die App zur Nachverfolgung von Kontakten mit Corona-Infizierten bald breit zum Einsatz, stellt dies Schulen mit Handyverbot vor Herausforderungen. Der Lehrerverband fordert die Kantone zur Klärung auf.

(nst) Noch wird die Corona-Tracing-App getestet. Darum ist die Frage nach Lockerungen von Handyverboten an Schulen erst ein Nebenschauplatz. Dennoch verlangt der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) bereits jetzt einheitliche Vorgaben: «Es wäre gut, wenn die Kantone eine Empfehlung zur Nutzung der Handys im Unterricht abgeben», sagt Franziska Peterhans, Zentralsekretärin des LCH, auf Anfrage von CH Media. Das werde die Sicherheit im Umgang mit den Regeln an den einzelnen Schulen erhöhen. «Eine schweizweite Lösung ist allerdings nicht notwendig, denn die Handhabung liegt in den Kompetenzen der Schulen», sagt Peterhans. Und verantwortlich dafür, ob Kinder überhaupt ein Handy besitzen, seien immer noch die Eltern.

In Deutschland forderte der Lehrerverband am Freitag Lockerungen der Handyverbote an Schulen, damit Schüler die Corona-Warn-App nutzen können. In der Schweiz werden Handyverbote je nach Schule unterschiedlich streng gehandhabt. Weil es im Unterricht jedoch schwierig sei, den Abstand einzuhalten, geht auch Franziska Peterhans davon aus, dass die Schulen ihre Regelungen bei einer breiten Lancierung der Corona-Tracing-App anpassen müssen. Dies auch wenn noch immer keine endgültige Klarheit darüber herrsche, wie ansteckend Kinder wirklich sind.

Bei den Schulleitern heisst es auf Anfrage, zur Frage einer allfälligen Lockerung von Handyverboten bestehe national kein Klärungsbedarf. Dies auch wenn das Thema Handy im Schulalltag virulent sei. «Allerdings weniger aus Corona-Sicht, sondern aus pädagogischer», sagt Thomas Minder, der Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz. Es stelle sich grundsätzlich die Frage, ob es sinnvoller sei, Handys zu verbieten oder vermehrt in den Unterricht zu integrieren. Zum Beispiel biete der Einsatz von QR-Codes auf elektronischen Wandtafeln neue Möglichkeiten.

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