Amoklauf
Charleston-Mörder: «Ich wollte einen Krieg der Rassen entfachen»

Dylann R. hat den Behörden gestanden, das Attentat auf die historische Kirche in Charleston verübt zu haben. Er tötete dabei neun Menschen und fachte damit erneut die Rassismus-Debatte in den USA an.

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Mit diesen Fahndungsfotos suchte die Polizei in Charleston nach dem Täter.
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Amoklauf in schwarzer Gemeinde in Charleston
US-Medien berichten von neun Toten.
Die Kirche gehört der Emanuel African Methodist Episcopal Church an, eine der ältesten Kirchen der schwarzen Gemeinden in Charleston.
Der Täter ist noch auf der Flucht.
Auch das FBI ist vor Ort.
Angehörige der Kirchgemeinde stehen im Kreis und beten.
Über das Motiv ist nichts bekannt.
Der Mann soll in die Kirche gestürmt und um sich geschossen haben.
Der Täter sei weiterhin auf der Flucht, berichten US-Medien.

Mit diesen Fahndungsfotos suchte die Polizei in Charleston nach dem Täter.

Keystone

Die Behörden bestätigten am Freitag, dass der mutmassliche Täter Dylann R. geständig ist, schreibt «CNN». Er habe die neun Schwarzen getötet, um Unruhe zu stiften. «Ich wollte einen Krieg der Rassen entfachen», soll R. laut der Ermittlern gesagt haben.

Dylanns Mitbewohner erzählte der Polizei, dass er ein grosser Fan der Segregation, der Trennung von Schwarzen und Weissen, sei. «Ihr vergewaltigt unsere Frauen. Ihr übernehmt unser Land. Ich muss tun, was ich tun muss», soll Dylann einem jungen Gemeindemitglied gesagt haben, bevor er ihn erschoss.

Es ist umstritten, woher der Täter die Waffe hatte. Ersten Medienberichten zufolge soll sein Vater ihm die Faustfeuerwaffe geschenkt haben. Neuere Berichte gehen aber eher davon aus, dass Dylann die .45-Kaliber-Waffe selbst gekauft haben soll. Obama rief in einer Ansprache nach der Tat dazu auf, die liberalen Waffengesetze zu überdenken.

Die Tat

Der junge, weisse Mann mischte sich am Mittwochabend während des Bibelunterrichts unter die grossmehrheitlich schwarzen Gläubigen in dem historischen Gebäude und eröffnete plötzlich das Feuer. Neun Schwarze starben: sechs Frauen und drei Männer.

Die Behörden gehen von einer rassistischen Tat aus. «Der einzige Grund, warum jemand in eine Kirche geht und betende Leute erschiesst, ist Hass», sagte Charlestons Stadtpräsident Joe Riley. Das Justizministerium in Washington und die Bundespolizei FBI leiteten Ermittlungen wegen eines Hassverbrechens ein. (lhr/sda)