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Bund will Strommasten sanieren, um Vögel vor Tod zu schützen

Soll besser vor Strommasten geschützt werden: der Rotmilan.

Soll besser vor Strommasten geschützt werden: der Rotmilan.

Strommasten sind eine Gefahr für grosse Vögel wie Störche und Uhus. Diese sterben oft an Stromschlägen. Das Umweltdepartement will nun Strommasten in der ganzen Schweiz vogelsicher gestalten. BirdLife Schweiz fordert eine Begrenzung der Übergangsfrist.

(dpo) Am Montag hat das das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die Vernehmlassung zu Änderungen in sechs Verordnungen eröffnet. Darunter ist die Revision der Verordnung über elektrische Leitungen (LeV), wie das UVEK mitteilt.

Laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind bei Mittelspannungsmasten die Abstände zwischen den unter Strom stehenden Elementen oft zu gering. Das sei vor allem für Vögel mit grossen Flügelspannweiten gefährlich. Dazu zählen beispielsweise Störche, Eulen und Rotmilane. Eine Studie im Wallis habe gezeigt, dass von 21 tot aufgefundenen Junguhus, die mit einem Sender versehen waren, etwa ein Fünftel durch einen Stromschlag gestorben sind.

Nutzen für Vögel und Wirtschaft

Die Revision sieht nun vor, dass bis 2030 schweizweit sämtliche Strommasten der regionalen und überregionalen Verteilnetze überprüft und, falls nötig, vogelsicher gestaltet werden. Betroffen sind gemäss Schätzung des BAFU etwa 25'000 Strommasten. Die technischen Massnahmen benötigen keine Baubewilligung und könnten im Rahmen von Unterhaltsarbeiten umgesetzt werden.

Gestützt auf Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Stromversorgung könnten die Kosten über das Netznutzungsentgelt finanziert und auf die Endverbraucher aufgeteilt werden. Das UVEK schreibt, die LeV-Revision komme sowohl den gefährdeten Vogelarten zugute, als auch der Wirtschaft. So würden Sanierungsmassnahmen dazu beitragen, Betriebsunterbrüche als Folge von Stromschlägen zu verhindern.

BirdLife Schweiz begrüsst die Vorschläge, wie die Naturschutzorganisation in einer Medienmitteilung vom Montag festhält. Die lange Übergangsfrist bis 2030 wird hingegen kritisiert. Da die Netzbetreiber ihre Masten ohnehin regelmässig überprüfen müssen und sie die geringen Kosten der Sanierung sogar über den Strompreis abrechnen könnten, fordert BirdLife Schweiz, die Übergangsfrist bis maximal 2025 zu begrenzen.

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