Neuenburg

Black Lives Matter: Aktivisten verüben Farbanschlag auf Statue von angeblichem Sklavenhändler

Black Lives Matter: Statue von David de Pury in Neuenburg beschmiert

Black Lives Matter: Statue von David de Pury in Neuenburg beschmiert

In der Nacht auf Montag wurde die Statue von David de Pury in Neuenburg mit roter Farbe beschmiert. Der gebürtige Neuenburger war Mitte des 18. Jahrhunderts unter anderem Sklavenhändler im Auftrag des portugiesischen Königshofs. Neuenburger Aktivisten forderten schon Anfang Juni in einer Petition die Demontage der Statue.

Ein Denkmal, das an den Philanthropen David de Pury erinnert, wurde in der Nacht auf Montag mit roter Farbe beschmiert. Der Grund: De Pury soll sich im 18. Jahrhundert auch als Sklavenhändler betätigt haben.

(wap) Die Statue ist ein Werk des französischen Bildhauers Pierre-Jean David. Wie die regionale Tageszeitung Arcinfo.ch berichtet, erfolgte der Farbanschlag in der Nacht auf Montag. Eine Reinigungsfirma war am Montag dabei, die Farbe zu entfernen. David De Pury (1709-1786) hatte sich in seiner Heimatstadt Neuenburg als Wohltäter betätigt und der Stadt einen grossen Teil seines Vermögens zukommen lassen. Dieses hatte er im transatlantischen Handel gemacht. Dabei war er unter anderem für die britische South Sea Company tätig, die in den internationalen Sklavenhandel verstrickt war.

Neuenburg habe von einem Vermögen profitiert, das mit dem «Blut von Schwarzen» verdient worden sei, schreiben die Aktivisten laut arcinfo.ch im Bekennerschreiben, das explizit auf die Bewegung «Black Lives Matter» Bezug nimmt. Anstelle eines Denkmals für De Pury fordern sie ein Mahnmal für den Widerstand gegen den Kolonialismus. Derzeit läuft eine Petition, die die Entfernung der Statue fordert. Bis am Montag verzeichnete sie rund 2500 Unterstützer. Die Petitionäre rechnen vor, dass De Pury an der Versklavung von über 55'000 Afrikanern beteiligt gewesen sei.

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