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Bei der Käserei Seiler verschmelzen altes Handwerk und neueste Technik

Die Käserei Seiler AG in Giswil steht für Qualität, Regionalität und Traditionshandwerk. Der Neubau in Giswil bietet technologische Fortschritte, sodass der Raclettekäse weltweiten Absatz findet.

Yvonne Imbach
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Felix Schibli (Mitte) zeigt am Jurytag das Käselager.

Felix Schibli (Mitte) zeigt am Jurytag das Käselager.

Bild: Roberto Conciatori

Historischen Quellen ist zu entnehmen: Seit über 800 Jahren stellt man im Herzen der Schweiz Bratkäse her. Diese Tradition liess Louis Seiler neu aufleben, als er 1928 begann, Seiler Bratkäse in seiner kleinen Sennerei Ey ob Sarnen zu produzieren. Während der nächsten Jahrzehnte entwickelte sein Sohn Alois Seiler weitere Käsespezialitäten und veredelte diese zum erfolgreichen Markenprodukt. Bis vor zwei Jahren hatte die Käserei ihren Sitz in Sarnen, im Dezember 2018 konnte der Neubau in Giswil in Betrieb genommen werden.

Geschäftsführer Felix Schibli erklärt: «21 Mitarbeiter arbeiten im Zweischichtbetrieb von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends.» Mit dem Neubau konnte die Kapazität neu auf bis 80000 Liter verarbeitete Milch pro Tag gesteigert werden. Zum Vergleich: Bei der Firmengründung 1928 waren es noch 40 Liter Milch pro Tag. Hauptsächlich stellt die Käserei Seiler Raclettekäse her. Mit 8 Prozent Markt­anteil ist der Milchverarbeiter der viertgrösste Raclette-Hersteller der Schweiz.

«Wir wollen die Qualitätsführerschaft»

Der Raclette-Markt wächst seit zwanzig Jahren – so ist die Firmenstrategie entsprechend ambitioniert: «Wir wollen die Qualitätsführerschaft bei Raclette erreichen. Und das weltweit», sagt Felix Schibli. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Innovationen gefragt, natürlich auch bei den Varianten. Ob klassisch, wahlweise mit grünem Pfeffer, Paprika, Knoblauch oder Röstzwiebeln, geräuchert oder geraffelt – Seiler Raclettekäse wird je zur Hälfte an Stammlieferanten und im freien Markt abgesetzt. Auch der Onlineshop und der ­Fabrikladen in Giswil mit fünfzehn Sorten Käse sind beliebt. Dazu gehören nebst den Raclette-Variationen auch Seiler Bratkäse, Seiler Grotto und Seiler Sarnerli.

Worin liegt das Geheimnis des bereits mehrfach ausgezeichneten Käses? «Wir verarbeiten nur naturbelassene Rohstoffe ohne Zusätze. Die Milch stammt von Bauernhöfen mit kontrollierter Landwirtschaft, direkt aus der Region», verrät Felix Schibli. Besonders Geschmack und Schmelz seien enorm wichtig. «Die hohe Schule der Käsermeister verbinden wir mit neuester Technik», erklärt der Geschäftsführer. Sein wichtigstes «Rezept» fasst er gerne zusammen – Käse braucht Zeit!