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Nachfolgelösung für Spital wird konkret

Am 19. Dezember entscheiden die Wattwiler Stimmbe­rechtigten an der Urne über den Erwerb der Liegenschaft Steig, der heutigen Spitalliegenschaft. Zu diesem Zweck beantragt der Gemeinderat die Gründung und Finanzie­rung einer gemeindeeigenen Immobiliengesellschaft.

Erstellt im Auftrag der Gemeinde Wattwil
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Die Spitalliegenschaft umfasst rund 20’000 m2 Boden und darauf neben dem Hauptgebäude mit Neubau-, Mittel- und Altbautrakt das ehemalige Personalhaus. Zuerst sollen Neu- und Mittelbau genutzt werden. Danach wird der Altbau gemäss den Bedürfnissen der weiteren Nutzer saniert.

Die Spitalliegenschaft umfasst rund 20’000 m2 Boden und darauf neben dem Hauptgebäude mit Neubau-, Mittel- und Altbautrakt das ehemalige Personalhaus. Zuerst sollen Neu- und Mittelbau genutzt werden. Danach wird der Altbau gemäss den Bedürfnissen der weiteren Nutzer saniert.

Bilder: PD

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Seit kurzem wissen wir mehr zu zwei we­sentlichen Voraussetzungen für eine er­folgreiche Umsetzung der Nachfolge­lösung für das Spital Wattwil: Der Gemein­derat Wattwil und die St.Galler Regierung haben sich in der Frage der Rückübertra­gung der Spitalimmobilie geeinigt, und die Regierung hat der Berit Klinik den Leis­tungsauftrag zur Weiterführung der Alko­holkurzzeittherapie PSA erteilt. Jener für den Betrieb des Notfallzentrums wird ge­mäss Vorinformation noch im Dezember folgen.

Wie geht es weiter, wenn das Spital Wattwil Ende März 2022 geschlossen wird? Diese Frage beschäftigt Bevölkerung und Gemein­derat weiterhin intensiv. Nun ist der Weg ge­ebnet für die vorbereitete Nachfolgelösung.

Das letzte Wort zur Rückübertragung der Lie­genschaft an die Gemeinde haben am 19. De­zember die Wattwiler Stimmberechtigen. Die Kosten, die mit der Gründung und Finanzie­rung der vorgesehenen gemeindeeigenen Im­mobiliengesellschaft verbunden sind, unter­liegen gemäss Gemeindeordnung der Urnen­abstimmung.

Der Gemeinderat freut sich darüber, dass er den Stimmberechtigten eine Lösung vorlegen kann, die nicht nur finanziell, sondern auch in­haltlich nachhaltig ausgelegt ist. In Wattwil wird es zwar keinen Spitalbetrieb mehr geben, jedoch ein breites integriertes Angebot, mit dem der Gesundheitsstandort Wattwil und die Gesundheitsversorgung im Toggenburg gesi­chert sind.

Bevölkerung, Personal und Partner brauchen jetzt rasch Klarheit. Ziel ist, dass die Nach­folgelösung ab Anfang April 2022 ohne Un­terbruch realisiert werden kann. Dafür muss die Immobiliengesellschaft möglichst rasch aktiv werden und die Rückübertragung vor Ende März umgesetzt werden können. Der Gemeinderat setzt alles daran, dass dies ge­lingt. Und wir laden die Wattwiler Stimmbe­rechtigten ein, die Möglichkeit zum Abstim­men trotz des ungewöhnlichen Termins kurz vor Weihnachten wahrzunehmen. Packen wir die Chance!

Für den Gemeinderat

Alois Gunzenreiner
Gemeindepräsident


Der Gemeinderat Wattwil unterbreitet den Stimmberechtig­ten zwei Anträge: Erstens soll eine gemeindeeigene Immo­bilien-AG gegründet und für den Erwerb der Liegenschaft und zur Sicherung ihrer Handlungsfähigkeit mit Fr. 15 Mio. Kapital ausgestattet werden. Davon sind Fr. 10 Mio. als rück­zahlbares Darlehen ausgestaltet. Damit die AG dann den Altbau zur Vermietung aufbereiten und bewirtschaften kann, sieht die Vorlage ein zweites rückzahlbares Darlehen von Fr. 20 Mio. vor. Die Gesellschaft wird die Darlehen aus den Mieterträgen, die sie erzielt, zurückzahlen.

Nachhaltige Gesundheitsversorgung

Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer nach­haltigen Lösung für die Gesundheitsversorgung im Toggen­burg nach der Schliessung des Spitals. Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, dem Erwerb der Spitalliegenschaft zum ausgehandelten Kaufpreis von Fr. 9.5 Mio., dem vorgesehenen Vorgehen und den dafür nötigen finanziellen Mitteln zuzustimmen. «Mit den vorge­sehenen Leistungserbringern entsteht ein zukunftsträchti­ges, attraktives integriertes Gesundheitsangebot. Und es werden Arbeitsplätze in der Region gesichert», erklärt Ge­meindepräsident Alois Gunzenreiner. «Zudem wird die letzte zentrumsnahe Fläche für öffentliche Nutzungen in unserer Gemeinde für kommende Generationen erhalten.»

Als letzte grössere zentrumsnahe Fläche für öffentliche Nut­zungen (Zone OeBA) hat die Liegenschaft für Wattwil stra­tegische Bedeutung. Sie dient seit über 130 Jahren ohne Un­terbruch dem gleichen Zweck: der Gesundheitsversorgung. Es gilt, diese auch nach der Schliessung des Spitalbetriebs in Wattwil an einem zentralen Ort zu gewährleisten.

Nachhaltiges Geschäftsmodell

Zu diesem Zweck soll eine Aktiengesellschaft im Alleinei­gentum der politischen Gemeinde Wattwil die Liegenschaft erwerben, bewirtschaften und unterhalten. Mit dem Erwerb durch diese Gesellschaft erhält die Wattwiler Bürgerschaft die Gebäude und knapp 20’000 m2 Boden, die in der Bilanz der SRFT per 31. Dezember 2020 insgesamt mit rund Fr. 58 Mio. ausgewiesen sind. Die Immobilien-AG mit eigener Be­triebsrechnung nach den Vorgaben des Obligationenrechts wird von einem eigenen Verwaltungsrat geführt und von der Gemeinde als Eigentümerin kontrolliert werden. Sie soll aus­schliesslich an Leistungserbringer im Gesundheitswesen Flächen vermieten.

«Wenn die Stimmberechtigten das Vorgehen genehmigen, wird die Immobiliengesellschaft im Sinn einer Anstossfinan­zierung von der Gemeinde einmalig ausreichend finanziert, so dass sie die Liegenschaft selbstständig übernehmen und die baulichen Massnahmen vornehmen kann, die für den Betrieb notwendig sind», erklärt Alois Gunzenreiner. «Dazu kann bei Bedarf auch Fremdkapital aufgenommen werden. Die Gesell­schaft betreibt die Liegenschaft danach selbsttragend. Sämt­liche Ausgaben sind über die Mieteinnahmen zu decken.»

Der Gemeinderat hat die Tragbarkeit im vorgesehenen Rah­men in einer Modellrechnung überprüfen und plausibilisieren lassen. Die Prüfung ergab, dass marktgerechte Mieteinah­men ausreichen, um die Kosten für Betrieb und Unterhalt der Immobilie zu decken – inklusive Kapitalverzinsung und Rückzahlung der Darlehen an die Gemeinde.

Nachhaltiger Nutzer-Mix

Grundlage für diese Lösung ist das vom Gemeinderat über­arbeitete und weiterentwickelte Nachfolgekonzept für das Spital. Dieses ist auf die tatsächlichen Bedürfnisse der regi­onalen Gesundheitsversorgung ausgelegt und sieht einen nachhaltigen Nutzer-Mix im Sinn der integrierten Versorgung vor. «Abschliessend bestätigen lässt sich die Mieter-Zusam­mensetzung erst, wenn der Kauf der Liegenschaft abgewi­ckelt ist. Damit die Nachfolgelösung ab dem 1. April 2022 ohne Unterbruch umgesetzt und Mieter angebunden werden können, muss jedoch die Immobiliengesellschaft möglichst rasch aktiv werden können», betont Alois Gunzenreiner.

In einer ersten Phase werden das Notfallzentrum, die ambu­lante Tagesklinik mit Operationen und die PSA-Wohnstation im Neubautrakt ein- und weitergeführt. Die Therapieräume für die PSA werden vorerst im Nebengebäude bleiben. Das Spezialpflegeangebot wird sukzessive gemäss Bedarf auf­gebaut, die weiteren Nutzungen werden nachgelagert reali­siert. Dafür wird in einem zweiten Schritt der heute gröss­tenteils brachliegende Altbau bedürfnisgerecht ausgebaut.

Nachhaltiger Ausbau

«Gemäss heutigem Kenntnisstand lässt sich der Neubau mit wenig Aufwand rasch für die vorgesehenen Nutzungen an­passen», erklärt Alois Gunzenreiner. «Am Altbautrakt sind hingegen umfangreichere bauliche Massnahmen erforder­lich.» Der Kostenvoranschlag geht von rund Fr. 18 Mio. aus, und für die Anpassung des Nebengebäudes wird mit einem Aufwand von ca. Fr. 2 Mio. gerechnet. «Diese Grössenordnung liegt im Bereich der bisherigen Annahmen.»

Der vorgesehene Nutzer-Mix

–      Die Berit Klinik AG wird die 24/7-Notfallversorgung in Kooperation mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten betreiben und die Alkoholkurz­zeittherapie PSA weiterführen. Die St.Galler Regierung hat ihr die entspre­chenden Leistungsaufträge erteilt (PSA) bzw. noch für Dezember in Aus­sicht gestellt (Notfall).

–     Ebenso baut die Berit Klinik AG eine Tagesklinik mit einem breiten Leis­tungsspektrum auf, mit spezialmedizinischen Sprechstunden und ambu­lanten Operationen.

–     Vorgesehen ist auch, ein Ärztezentrum mit einer Praxis für Hausarzt-/Allgemeinmedizin und vier Facharztpraxen (Gastroenterologie, Kardiologie, Onkologie und Pneumologie) in der Liegenschaft zu integrieren.

–      Im Weiteren soll die gemeindeeigene Pflegeheim Rosengarten GmbH in der Liegenschaft ein bedarfsgerechtes Angebot an Spezialpflege bereitstellen (Akut- und Übergangspflege, postakute Pflege, Schwerstpflege und geron­topsychiatrische Pflege).

–     Im Sinne der integrierten Versorgung ist vorgesehen, diese medizinischen und pflegerischen Angebote mit weiteren Partnern zu ergänzen: von der Psychiatrie St.Gallen Nord über die Spitex Mittleres Toggenburg und Ergo­therapie bis zur Physiotherapie. Diesbezüglich laufen Verhandlungen über eine Zusammenarbeit und/oder eine Einmietung in der Liegenschaft. Wei­tere Nutzungen sind denkbar.

Alois Gunzenreiner Gemeindepräsident

Alois Gunzenreiner Gemeindepräsident

Nachgefragt

Der Gemeinderat zeigt sich erfreut darüber, dass es gelungen ist, eine überzeugende Nachfolgelösung für das Spital auszuarbei­ten. Eine der Voraussetzungen dafür ist der Kauf der Liegenschaft. Wir fragen nach bei Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner:

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Wattwiler Stimmberechtigten am 19. Dezember 2x Ja sagen zu den Anträgen des Gemeinderates?

Die FDP Wattwil hat den Gemeinderat bereits im Januar 2021 in einem offenen Brief auf­gefordert, «einen Kauf der Spitalliegenschaft für die vom Kanton St.Gallen geforderten Fr. 10 Mio. eingehend zu prüfen und gegebenen­falls auch zu vollziehen.» Bereits damals wa­ren die Reaktionen, die wir erhalten haben, positiv. Und auch seither haben der Gemeinderat und seine Mitglieder immer wieder und ganz konkret Unterstützung für unseren Einsatz zugunsten einer nachhaltigen Gesund­heitsversorgung erhalten – nicht nur, aber auch und gerade im Juni an der Urne. Ich den­ke also, wir dürfen zuversichtlich sein.

Apropos Juni: Sie sprechen die Referendums-Abstimmung gegen die Spitalschliessung an. Treibende Kraft dahinter war die SP. Auch sie hat immer wieder gefordert, die Liegenschaft dürfe nicht an Private «verscherbelt» werden…

Genau. Auch diese Forderung ist mit der Lösung, die wir ausgearbeitet haben, erfüllt. Es ist so: Wir spüren aus allen politischen Lagern in Wattwil und darüber hinaus Unterstüt­zung – namentlich von allen Wattwiler Ortsparteien sowie von der SP und der SVP Tog­genburg. Und die Lösung mit der Berit Klinik Gruppe ist auch tatsächlich eine sehr gute Lösung. Die Berit ist ein verlässliches, erfolgreiches, in der Ostschweiz verankertes und breit anerkanntes Unternehmen. Und die Gemeinde behält als Eigentümerin der gemein­deeigenen Immobiliengesellschaft letztlich die Kontrolle über die Liegenschaft.

Und die finanzielle Belastung? Ist die nicht zu hoch für die Gemeinde?

Die Gemeinde wird ja nicht Betreiberin eines Spitals, wie sie dies bis 2002 war. Vielmehr erwirbt sie über die Immobilien-AG die strategisch wichtige Liegenschaft. Die AG stellt sie dann über Vermietungen Anbietern von Gesundheitsleistungen zur Verfügung. Aus Sicht des Gemeinderates ist das eine optimale Lösung für die ambulante Gesundheits­versorgung, nachdem die Spitalschliessung definitiv ist.

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