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Entlang der tausend Täler

Für Flaschensepp jedes Mal wieder ein Genuss: die Aussicht vom Oberlehn in alle Himmelsrichtungen – hier mit dem Napf im Hintergrund. (Bilder: Monika Burri, Sepp Stadelmann)

Für Flaschensepp jedes Mal wieder ein Genuss: die Aussicht vom Oberlehn in alle Himmelsrichtungen – hier mit dem Napf im Hintergrund. (Bilder: Monika Burri, Sepp Stadelmann)

Wer das Napfgebiet mit all seinen Facetten erleben möchte, wandert am besten vom Städtchen Willisau nach Menzberg – oder umgekehrt.

Mutig wage ich mich mit dem Auto an den Anstieg von Menznau nach Menzberg. Die Strassen im Napfgebiet sind ungewohnt kurvig und teilweise richtig steil. Vorsichtig nehme ich jede Biegung, dann ist es geschafft: Ich erreiche Menzberg, wo ich mich mit dem schweizweit bekannte Flaschensammler Sepp Stadelmann treffe. Er wird heute mein Wanderführer sein und will einfach Flaschensepp genannt werden. Was es mit dem Namen sonst noch auf sich hat, werde ich am Ende der Wanderung erfahren.
Eigentlich ist die Wanderung von Willisau aus beschrieben, doch der Einheimische möchte mir die Route in umgekehrter Richtung zeigen. Der Mann hat bestimmt seine Gründe, denn die Napfregion ist seine Heimat und seine grosse Leidenschaft. Obwohl heute die Sonne scheint, weht ein Wind, darum setzt Flaschensepp seine Ohrenschützer auf. «Die sind eine Art Markenzeichen von mir, denn seit meiner Jugend sind meine Ohren sehr empfindlich», erklärt er und schnallt seinen Rucksack an.

Flotten Schrittes folgen wir den gelben Markierungen aus dem Dorf hinaus in Richtung Willisau. «Die Wanderung ist in beide Richtungen perfekt ausgeschildert», meint Flaschensepp. Nach einer Viertelstunde erreichen wir den ersten Höhepunkt dieser Strecke: den Aussichtspunkt Oberlehn. Eigentlich haben wir noch keine Pause nötig, aber wir setzen uns trotzdem auf die Bank und geniessen die grossartige Rundsicht. Besonders beeindruckend ist die direkte Sicht auf den Napf. Endlich sehe ich diesen Gebirgszug aus Nagelfluhgestein aus nächster Nähe. Für mich als Flachländerin war «dä Napf» bis anhin nur im Zusammenhang mit heftigen Gewittern ein Begriff – hier spielt das Wetter gerne verrückt.

Hier ist die Welt nicht nur für die Kühe noch in Ordnung! Im Hintergrund der Aussichtspunkt Oberlehn mit der markanten Linde.

Hier ist die Welt nicht nur für die Kühe noch in Ordnung! Im Hintergrund der Aussichtspunkt Oberlehn mit der markanten Linde.

Mein Wanderführer deutet begeistert in den Südosten. «Schau, dort sind die Eiger-Nordwand und die Jungfrau. Sogar den Titlis erkennt man heute», schwärmt er. Richtung Norden ist es dunstig, darum können wir den Jura nicht erkennen. Dafür sehe ich die Strecke, die wir noch zu wandern haben. «Der Weg schlängelt sich entlang der tausend Hügel, Ecken und Täler», erklärt Flaschensepp schelmisch. Das sei nun mal so im Napfgebiet, die Landschaft präsentiere sich wie ein Wellblech. 

Zwischen den Nadelbäumen hindurch schlängelt sich der Weg in Richtung Willisau.

Zwischen den Nadelbäumen hindurch schlängelt sich der Weg in Richtung Willisau.

Sanft abfallend verläuft der Weg auf der Krete zwischen den Flüssen Änziwigger und Buchwigger. Wir wandern durch naturbelassene saftige Wiesen und durch kleine Waldstücke. Nach dem Weiler Unterskapf kommt bei Flaschensepp Begeisterung auf. Jetzt käme etwas vom Schönsten auf dieser Wanderung. «Weiter vorne durchlaufen wir einen eindrucksvollen Buchenwald», erklärt er. Zwischen diesen Bäumen erlebe man die Jahreszeiten wie in keinem anderen Wald. «Die Buchenblätter verfärben sich ständig, bevor sie dann im Herbst hinunterfallen. Dann liegt hier eine Unmenge an Laub», so der Naturliebhaber. «In solcher Umgebung finde ich jeweils auch die Ruhe, um zu beten», gesteht mir mein Begleiter. Er sei von Grund auf ein gläubiger Mensch, das habe er von seinen Eltern übernommen. «Doch ich finde meinen Glauben nicht nur in der Kirche, sondern auch ganz stark in der Natur. Das möchte ich weiter geben.» Darum hat er mit seinen 52 Jahren noch eine Ausbildung zum Katecheten angefangen und unterrichtet Religion.

In diesem Waldabschnitt dominieren die Buchen. Ihre Blätter verfärben sich bis zum Herbst, so dass ein Farbenparadies der speziellen Art entsteht.

In diesem Waldabschnitt dominieren die Buchen. Ihre Blätter verfärben sich bis zum Herbst, so dass ein Farbenparadies der speziellen Art entsteht.

Mental erholt und nach einem kleinen Imbiss aus dem Rucksack nehmen wir das letzte Viertel der Wanderung in Angriff. Auf dem Weg hat Flaschensepp mehrmals zu einem Jodel angesetzt. Die Musik hat es dem Willisauer angetan. «Ich bin in der Stadtmusik und im Jodelklub dabei», verrät er. Was soll man denn sonst mit seinem Leben machen? Musik sei doch etwas vom Besten – und natürlich seine Flaschensammlung, aber dazu gleich mehr. Nach einem kurzen, steilen Abstieg liegt bereits Willisau vor uns. Ein kurzer Abstecher ins Flaschenmuseum muss heute noch drinliegen, liegt dieses doch fast auf der Wanderroute. Schon als Jugendlicher hat Sepp seine Leidenschaft für Flaschen entdeckt. «Als ich in der Kochlehre war, hat mich das Sammeln beruhigt, denn der Job war sehr stressig», erinnert er sich. Inzwischen befinden sich in seinem Museum im Willisauer Weiler Käppelimatt über 40 000 glasige Behälter in allen Grössen und Formen (siehe Tipp unten). Vor dem Museum empfängt uns eine 7,5 Meter grosse grüne Flasche. «So verpasst niemand den Eingang», meint der Flaschensammler mit einem Augenzwinkern.
Nach der eindrücklichen Führung durchs Museum führt ein letzter Kilometer zurück auf die Wanderroute Richtung Willisau. Über das Landvogteischloss spazieren wir durch die Altstadt und trinken zum Abschluss noch einen Kaffee beim Bahnhof. Napfgebiet, ich komme wieder! 

Zum Abschluss der Wanderung sollte ein Besuch im einmaligen Flaschenmuseum eingeplant werden.

Zum Abschluss der Wanderung sollte ein Besuch im einmaligen Flaschenmuseum eingeplant werden.

Das typische Ringli
Alles über das runde Gebäck

Dieses Gebäck kennt man wohl überall in der Schweiz, auch wenn es ein regionales Markenzeichen ist: das Willisauer Ringli. Desshalb empfehlen viele Einheimische den Gästen einen Besuch in der bekannten Bäckerei Hug. Die Geschichte des runden Leckerbissens ist nämlich sehr interessant. Warum haben die Guetzli ein Loch in der Mitte, und was ist alles in diesem Superringli drin? Zudem bietet der Fabrikladen viele frische Backwaren und wenig Verpackung zu günstigen Preisen an. Wer bei der Produktion der originalen Willisauer Ringli live dabei sein möchte, kann dies in der Confiserie Amrein tun. Eine Anmeldung ist erwünscht.
www.hug-familie.ch
www.willisauerringli.ch

Weitsicht vom Kirchturm 
Willisauer Kirche mit langer Geschichte

Die Kirchenführung inklusive Turm von St. Peter und Paul ist ein tolles Erlebnis. Die Pfarrkirche wurde 1804 bis 1810 erstellt, doch der angegliederte romanische Kirchturm ist aus dem 13. Jahrhundert und gilt als besterhaltener im Kanton Luzern. Vom Glockenturm aus geniesst man einen 360-Grad-Ausblick auf Willisau und die Umgebung. Warum der Kirchturm den Spitznamen Elefant trägt, wie das alte Uhrwerk funktioniert und was es mit dem Sägemehlplatz auf dem Kirchendachboden auf sich hat, bekommt man vom fachkundigen Guide erzählt. Im Anschluss an die zweistündige Führung sollten die Wanderer die Gastfreundschaft des Städtchens geniessen.
www.willisau-tourismus.ch

Im Museum von Flaschensepp
Unzählige Flaschen in der Käserei

Herzlich willkommen in meinem Reich der Flaschen! Seit zehn Jahren präsentiere ich die einzigartige, aus mehr als 40 000 Flaschen bestehende Kollektion im Schweizerischen Flaschenmuseum in Willisau. Vor 35 Jahren habe ich mit Sammeln begonnen und trage aussergewöhnliche und einzigartige, aber auch Allerweltsflaschen zusammen und stelle sie mithilfe des im Mai 2006 gegründeten Flaschenvereins in der ehemaligen Käserei Käppelimatt aus. Täglich kommen Exemplare hinzu. Ich freue mich sehr, viele Wanderer und Willisau-Interessierte im Museum begrüssen zu dürfen. Es ist nicht zu verfehlen: eine 7,5 Meter grosse Flasche ist von weither sichtbar und das Erkennungsmerkmal des Museums.
www.flaschenmuseum.ch

Dieser Artikel wurde von der Beilagenredaktion der «Aargauer Zeitung» im Auftrag von Luzern Tourismus und Willisau Tourismus erstellt.

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