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Der neue Teamkollege bleibt stets freundlich

Im Auftrag von FHNWFHNW
Daniel Halter, Vizepräsident Hochschulentwicklung FHNW, mit Roboter Pepper in der Bibliothek des Campus Brugg-Windisch.

Daniel Halter, Vizepräsident Hochschulentwicklung FHNW, mit Roboter Pepper in der Bibliothek des Campus Brugg-Windisch.

Soziale Roboter können bestimmte Aufgaben übernehmen und dadurch Menschen unterstützen, zum Beispiel im Pflegeheim oder an der Hotelrezeption. Zu diesem Schluss kommen Forschende am Robo-Lab der FHNW.

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Roboter Nao führt Gymnastikübungen vor. Gelenkig streckt er die Arme hoch, die älteren Menschen tun es ihm gleich. Oder er beantwortet an der Hotelrezeption ewiggleiche Fragen, etwa zu Parkplätzen. Viel grösser als Nao ist Pepper. Mit einem Tablet vor der weissen Brust leitet der Roboter die Kundschaft durchs Einkaufszentrum. Oder er meldet im Empfangsbereich eines Unternehmens Besucherinnen und Besucher an. Pepper ist auch ein Entertainer: Er lädt Anwesende schon mal zu einem Tänzchen oder Memory-Spiel ein.

Die beiden knopfäugigen Gestalten gehören zur Kategorie der sozialen Roboter. Das heisst: Sie können dank künstlicher Intelligenz mit Menschen in Kontakt treten und auf sie reagieren. Die sozialen Roboter seien im Kommen, weiss Hartmut Schulze: «Sie stehen mit einem Bein noch im Labor, mit dem anderen schon in möglichen Einsatzfeldern.» Schulze ist Psychologe. Er leitet das Robo-Lab der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, an dem auch die Fachbereiche Technik, Wirtschaft und Pädagogik beteiligt sind. Das Robo-Lab führte mehrere Fallstudien und Piloteinsätze mit insgesamt fünf sozialen Robotern durch, darunter solche aus Schweizer Entwicklerfirmen.

Akzeptanz für soziale Roboter wächst

Bei den Untersuchungen kam heraus: Die Roboter wecken belustigte oder Anteil nehmende Neugier, die Menschen lassen sich mehrheitlich auf sie ein. «Es war besonders eindrücklich zu sehen, wie Pflegeheim-Bewohnerinnen und -Bewohner den sozialen Roboter zur Aktivierung nutzten», sagt Schulze. Auch das Personal in den beobachteten Feldern war grösstenteils offen, vor allem, wenn es bei der Einsatzgestaltung mitreden konnte. Einige Roboter waren so programmiert, dass sie scheinbar Gefühle ausdrückten. Sie kicherten, neigten den Kopf, sagten, sie seien aufgeregt. Das sei erstaunlich positiv beurteilt worden, so der Forscher, auch wenn einige Befragte sachliche Roboter vorzogen.

Warum die offenbar gestiegene Akzeptanz? Schulze spricht von einem veränderten Konzept. Bis vor kurzem herrschte die Befürchtung vor, Roboter würden Mitarbeitende ersetzen. Das habe verständlicherweise zu Abwehr und Unbehagen geführt. Heute jedoch würden soziale Roboter eher als Unterstützung und Ergänzung professioneller Teams gesehen. Und da bieten sie laut dem Forscher tatsächlich Chancen: «Ein Vorteil liegt darin, dass der Roboter wiederkehrende Aufgaben in gleichbleibender Qualität erledigt.» Der digitale Teamkollege verliert nie die Geduld, bleibt stets freundlich, vergisst weniger.

Technisch sind sie noch limitiert

Bis soziale Roboter im Arbeitsalltag echte Hilfen und nicht einfach nur unterhaltsam sind, dauert es allerdings noch ein Weilchen. Denn Pepper und Co. sind technisch noch recht limitiert, wie aus den FHNW-Studien hervorgeht. Fortbewegung im Raum, Sprach- und Bilderkennung oder das Greifen von Gegenständen klappen noch nicht wie gewünscht. Auch müssen die sozialen Roboter sozialer werden, also etwa erkennen, wenn jemand nicht kommunizieren möchte. Zudem könnten sie stärker mit dem Internet verbunden werden, beispielsweise mit Chatbots. Ungefähr in fünf Jahren werde eine neue, stabilere Roboter-Generation soweit sein, schätzt Robo-Lab-Gründer Schulze vorsichtig.

Umso wichtiger sei es, dass verschiedene Disziplinen und mögliche Nutzende die Weiterentwicklung jetzt mitprägten. Betriebe könnten sich überlegen, bei welchen Aufgaben sich für sie die Anschaffung eines sozialen Roboters lohnen würde. Die FHNW selber sammelt derzeit in zwei ihrer Bibliotheken an den FHNW Campus Brugg-Windisch und Muttenz Erfahrungen mit Pepper. Dem Roboter werden nach und nach weitere Fähigkeiten beigebracht. Er informiert schon über allerlei und übernimmt es jetzt auch, die Leute bei Betriebsschluss hinauszukomplimentieren. Charmant, versteht sich. «Vergessen Sie nicht den Regenschirm», mahnt er je nach Wetter.

FHNW

Das Robo-Lab ist eine Strategische Initiative der FHNW.

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